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	<title>Onezblog &#187; Philosophie</title>
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	<description>Schreiben um des Schreibens Willen</description>
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		<title>Tagung Imago Mortis in Venedig</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Oct 2010 14:35:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Tagungsbericht w&#252;rde wohl nur langweilen und auch keinem der Vortragenden gerecht werden. So lasse ich einfach meine Gedanken zur intensiven Woche in Venedig flie&#223;en. Gestern Abend bin ich wiedergekommen und habe erstmal dreizehn Stunden geschlafen, denn die Intensit&#228;t hat sich vor allem in reduziertem Schlaf ausgewirkt.Ich war auf der Tagung Imago Mortis an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.raphael-raue.de/wp-content/uploads/2010/10/venedig1.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-436" title="Steg in venedig" src="http://www.raphael-raue.de/wp-content/uploads/2010/10/venedig1-468x351.jpg" alt="" width="468" height="351" /></a>Ein Tagungsbericht w&#252;rde wohl nur langweilen und auch keinem der Vortragenden gerecht werden. So lasse ich einfach meine Gedanken zur intensiven<a href="http://www.venedig-reisen.net"> Woche in Venedig</a> flie&#223;en. Gestern Abend bin ich wiedergekommen und habe erstmal dreizehn Stunden geschlafen, denn die Intensit&#228;t hat sich vor allem in reduziertem Schlaf ausgewirkt.Ich war auf der Tagung<em> Imago Mortis</em> an der <a href="http://www.univiu.org/">Venice International University</a> eingeladen, die vom Projekt <a href="http://www.todundtoterkoerper.eu/">Tod und toter K&#246;rper</a> organisiert wurde, an dem ich dieses Semester mitarbeiten werde. So gesehen war es ein erstes Schnuppern in philosophischen Alltag wissenschaftlicher Ebene, der nicht aus alleinigem Lesen und Schreiben in der eigenen Kammer bestand. Wir haben immer von neun bis dreizehn Uhr gearbeitet, um danach weiterzudiskutieren und uns auszutauschen im Anblick und Gedr&#228;nge der Stadt Venedig. An dieser Stadt kann man sich nicht satt sehen.Venedig ist zwar eine dieser typischen Touristenst&#228;dte aber anders als <a href="http://www.frankreichreise.info/paris.html">Paris</a> oder &#228;hnliche St&#228;dte dr&#252;ckt sich das im Stadtbild nicht so stark aus, denn die Wege und M&#246;glichkeiten sind, trotz der geringen Fl&#228;che, so ungemein vielf&#228;ltig, dass es nur ein paar Orte gibt, wo kaum Venezianer anzutreffen sind. Der Markusplatz w&#228;re da zu nennen.Venedig ist eine der St&#228;dte, in der man sich st&#228;ndig verl&#228;uft und beschreibt den Eindruck von ihr vor allem dadurch. Wann immer man die falsche Gasse w&#228;hlt, landet man am Wasser. Sackgassen sind durch Kan&#228;le begrenz. Man l&#228;uft nie ins Nichts, sondern trifft immer auf die Eigenart dieser Stadt.Das Seminar fand in den R&#228;umlichkeiten der Venice International University auf der Insel San Servolo statt und es gibt wenig geistvollere Orte. Es ist hier nicht unbedingt die Geschichte, sondern das Mediterrane und die Gestaltung durch viel Park, B&#228;nke und der Blick aufs Meer, die eine thematische Fokussierung mit &#214;ffnung zum Weiten zul&#228;sst.Das Projekt ist eine transdiszipl&#228;rene Kooperation aus Soziologie, Medizin, Philosophie und Recht, die den Tod und den toten K&#246;rper sowie die Auswirkungen und die Relevanz auf unsere Gesellschaft aufzeigen will. Der Tod als Teil unserer Existenz, um es mal ganz vage zu formulieren, ist durch die vorwegnehmende Vorstellung ein nicht unerheblich pr&#228;gender Teil unserer Lebensf&#252;hrung, -praxis und eben auch unserer Gesellschaft. Fragen der Orgentransplantation, Kriterien zur Feststellung des Todeseintritts, Darstellung in Film, Literatur und der Kunst waren ebenso Teil der Tagung wie die ethischen Implikationen der jeweiligen Vorstellung. Ich h&#228;tte nicht erwartet, dass es so schwierig sein w&#252;rde ein Modell der Beschreibung zu finden, was alle Aspekte einschlie&#223;t, dabei aber nicht widerspr&#252;chlich ist oder einzelne Bereiche ungerechtfertigt reduziert. Wenn man m&#246;chte kann man an diesem Problem alle andere Probleme unseres Lebens festmachen.Auch wenn mich seit jeher praktische Folgen philosophischer Arbeit nur bedingt interessieren, freue ich mich auf die Arbeit an dem Projekt, denn es ist weiter angelegt, als ich zun&#228;chst gedacht habe. Hoffentlich kann ich n&#228;chstes Jahr wieder in Venedig dabei sein.</p>
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		<title>Tod und toter K&#246;rper</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 12:21:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich arbeite im n&#228;chsten Semester in der Forschungsgruppe &#8220;Tod und toter K&#246;rper&#8221; von Frau Esser mit und habe meiner Mutter, die solche Fragen interessieren, das Buch des Forschungsprojekts empfohlen. Dabei haben wir entdeckt, dass man es auf der Seite der Uni Kassel kostenlos als pdf herunterladen kann. Nur ausdrucken kann man es nicht, die druckbare [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich arbeite im n&#228;chsten Semester in der Forschungsgruppe &#8220;<a href="http://www.todundtoterkoerper.eu/">Tod und toter K&#246;rper</a>&#8221; von <a href="http://www.uni-marburg.de/fb03/philosophie/institut/professorinnen/esser">Frau Esser</a> mit und habe meiner <a href="http://www.monalisablog.de">Mutter</a>, die solche Fragen interessieren, das Buch des Forschungsprojekts empfohlen. Dabei haben wir entdeckt, dass man es auf der Seite der Uni Kassel kostenlos als <a href="http://www.uni-kassel.de/upress/publi/abstract.php?978-3-89958-338-0">pdf herunterladen</a> kann. Nur ausdrucken kann man es nicht, die druckbare pdf kostet 10 Euro, was immer noch entschieden g&#252;nstiger ist, als die 30 Euro, die es im Buchhandel kostet. Vielleicht interessiert ja auch einen meiner Leser das Thema.</p>
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		<title>Die Philosophie ist zynisch</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 17:32:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<description><![CDATA[Philosophen sind das zynische Gewissen jeder Gesellschaft. Das ist nicht ihr Selbstverst&#228;ndnis, sondern wird ihnen angetragen. Dass diese Festschreibung aber nicht ganz fern liegt, liegt am Selbstverst&#228;ndnis der Philosophie, die sich selbst immer als kritische Wissenschaft versteht. Es ist viel unternommen worden, um diese Selbsteinsch&#228;tzung argumentativ einzuholen. Mehr oder weniger erfolgreich. Meiner Meinung nach ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.onezblog.de/wp-content/uploads/2010/02/nietzsche.jpg" alt="nietzsche" title="nietzsche" width="468" height="624" class="aligncenter size-full wp-image-1118" /><br />
Philosophen sind das zynische Gewissen jeder Gesellschaft. Das ist nicht ihr Selbstverst&#228;ndnis, sondern wird ihnen angetragen. Dass diese Festschreibung aber nicht ganz fern liegt, liegt am Selbstverst&#228;ndnis der Philosophie, die sich selbst immer als kritische Wissenschaft versteht. Es ist viel unternommen worden, um diese Selbsteinsch&#228;tzung argumentativ einzuholen. Mehr oder weniger erfolgreich. Meiner Meinung nach ist dieses Selbstverst&#228;ndnis aber das Resultat des notwendig zynischen Umgangs eines Philosophen mit der Philosophie. Dieser notwendig zynische Umgang kann eventuell wieder der Philosophie bzw. ihrem Forschungsbereich innegelegt werden.  Aber um diesen Schritt will ich mich hier nicht k&#252;mmern.</p>
<p>Philosoph zu sein ist eine komische Angelegenheit, die mit nichts anderem vergleichbar ist, das ich in meinem noch recht jungem Leben kennengelernt habe. Die Zuschreibung “Ich bin ein Philosoph” ist nie alleine zu machen. Immer muss man dieser Beschreibung einen kritischen Zusatz mit beigeben, ansonsten wird es nicht akzeptiert. Weder durch andere “Philosophen” noch von sich selbst. &#8220;Ich bin Philosoph&#8221; ist ein Paradox, auf das Heidegger bspw. reagiert hat, indem er sich in sp&#228;teren Jahren nur noch ablehnend dazu verhalten hat und sich “Denker” genannt hat. Man kann jetzt in seinem Werk Gr&#252;nde daf&#252;r suchen, denn diese sind sicher zahlreich vorhanden, aber ich m&#246;chte gerne einen pers&#246;nlicheren Weg gehen.</p>
<p>Nur Philosophie zu betreiben ist nach einigen kritischen Wenden des 20. Jahrhunderts eigentlich nicht mehr m&#246;glich. Man m&#252;sste sich als Handwerker der Philosophie verstehen, w&#252;rde sich immer selbst mit dem Vorwurf der Tautologie konfrontiert sehen. Philosoph zu sein ist ein gewisser methodischer Zugang, &#252;ber die Philosophie selbst aber kann man damit dennoch kaum etwas aussagen. Ich betreibe Philosophie bedeutet, dass man sich philosophisch mit etwas anderem besch&#228;ftigt. Damit meine ich nicht die willk&#252;rlich gewachsene Einteilung in verschiedene Wissenschaften, sondern dem Wegfall der Besch&#228;ftigung mit klar umrissenen Entit&#228;ten, wie es vielleicht bisKant noch &#252;blich war. Da will ich mich geschichtlich nicht unbedingt festlegen. Aber heutePhilosophie zu betreiben hei&#223;t vor allem auf Fragen des Lebens zu antworten. Das mag in der anglo-amerikanischen Welt noch anders aussehen, aber dass w&#252;rde ich hier gerne ausblenden. Die Frage des Sinns des Lebens wird von mir &#252;brigens nicht darunter gez&#228;hlt. Das ist keine Frage, der man sich meiner Meinung nach noch philosophisch n&#228;hern kann. Wer Sinn sucht, wird in der Philosophie scheitern, da Sinn immer Entscheidung und nicht Unterscheidung bedeutet. Will ich Sinn muss ich mich irgendwann entscheiden, worin dieser liegen soll. Unterscheidungen werden mit l&#228;ngerer Untersuchung immer komplexer und somit eher sinnlos in Bezug auf einen pers&#246;nlichen Sinn. Sie zeigen, dass jede Erkenntnis eher von mir pers&#246;nlich wegf&#252;hrt, als dort hinf&#252;hrt, so der Erkenntnisstrang nicht abgew&#252;rgt wird: die Entscheidung.</p>
<p>Wenn ich sage, dass die Philosophie sich nur sinnvoll selbst auf sich selbst beziehen kann, wenn sie die Fragen des Lebens ins Blickfeld nimmt, dann meine ich, dass Fragen der Antropologie, Fragen der Ethik, Fragen der Kultur und Gesellschaft fragen nach Entit&#228;ten abgel&#246;st haben. Eine Philosophie ohne einen Begriff von und Bezug auf Lebenswelt ist sp&#228;testens seit dem sp&#228;ten Wittgenstein, ich meine schon seit Hegel, nicht nur sinnlos und leer, sondern vor allem nicht mehr ihrem Selbstverst&#228;ndnis entsprechend; eben nicht mehr kritisch. Hier bei&#223;t sich die Katze in den Schwanz. Das Paradigma des kritischen ist der Philosophie so innewohnend, dass Philosophie studieren immer auch bedeutet einen gewissen Zynismus zu lernen.</p>
<p>Alles ist Quatsch, &#252;berall lauern Kategorienfehler und Verk&#252;rzungen von Komplexit&#228;t. Jedes Sprachspiel enth&#228;lt Fehler und kaum einem Diskurs wird Rechnung getragen. Kurz, man wird als ernster Philosoph von genau dem Bereich, der zur Untersuchung festgeschrieben ist, weggetrieben. Zynismus ist die Unf&#228;higkeit sich positiv auf das was ist zu beziehen. Und genau hier setzt das philosophische Denken ein und weist dem Satz jede Menge Fehler nach. Philosoph zu sein ist im Grunde die Unf&#228;higkeit sich entscheiden zu k&#246;nnen, denn gute gr&#252;nde erfordern Urteilskraft und diese ist in ihrem kreativen Moment unendlich.</p>
<p>Als Student der Philosophie ist man also irgendwann vor die Aufgabe der einzigen Entscheidung gestellt, die die Philosophie bereitzuhalten scheint: Analytiker und somit Handwerker der Philosophie oder Hermeneutik und somit einerseits Kreativer und andererseits Quatschkopf.</p>
<p>Die Verbindung dieser beiden Positionen ist zwar immer schon Habitus deutscher Philosop0hie gewesen, aber dazu wird nicht angeleitet. Es scheint doch immer so zu sein, als gebe es nr eine der beiden Argumentationsklassen und ein &#220;bertrag wird immer angekreidet. Das Witzige daran ist, dass dies nahezu jeden Studenten ungemein auf die N&#252;sse geht, aber sobald der Student dann in Promotion oder Mitarbeiterstatus gehoben ist, scheint die Abkehr auf mysteri&#246;se Art und Weise vollzogen zu sein. Damit soll nicht plump ausgedr&#252;ckt zu sein, dass Mitarbeiter ihre Wurzeln vergessen. Es soll noch nicht einmal eine Kritik daran formuliert werden, sondern mich w&#252;rde schlicht interessieren, warum das so ist.</p>
<p>Wenn ich mir vorstelle, diese Entscheidung treffen zu m&#252;ssen, dann mache ich doch lieber etwas anderes. Denn wenn schon Begrenzung um des Zieles willen, dann doch bitte funktional konsequent und mit richtigem Gehalt. Denn wenn der Professorenstatus nicht erreicht wird, war die Entscheidung so schade wie verheerend.</p>
<p>Zu leben ist immer eine Einschr&#228;nkung von M&#246;glichkeiten, aber der Preis sollte einem Bewusst sein. Leider ist dieses Bewusstsein das eines Zynikers.</p>
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		<title>K&#246;nnen Gesellschaften gut/schlecht sein?</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 12:17:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.onezblog.de/wp-content/uploads/2010/01/gesellschaft.jpg" alt="gesellschaft" title="gesellschaft" width="468" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1047" />Ich bin heute bei meiner Luhmannlekt&#252;re auf einen interessanten Gedanken gesto&#223;en, der mir auch schon bei Hegel aufgefallen ist. Es geht um die Frage, ob Gesellschaften dem Code gut/schlecht unterworfen werden k&#246;nnen, also um die Frage, ob eine Gesellschaft moralisch bewertet werden kann. Beide Denker verneinen mit dem Verweis darauf, dass Gesellschaften erst die Grundlage f&#252;r eine solche Beurteilung bereitstellen. Dieser Verweis auf die Urs&#228;chlichkeit bei Luhmann bzw. die Notwendigkeit in der Argumentation bei Hegel will zeigen, dass eine solche Beurteilung grundlegend falsch ist, einen Kategorienfehler begeht.</p>
<blockquote><p>Ohnehin ist die Gesellschaft kein m&#246;glicher Gegenstand moralischer Bewertung; und erst recht w&#228;re es absurd, diejenigen, die die moderne Gesellschaft f&#252;r gut halten, deswegen f&#252;r schlecht zu halten; oder diejenigen, die die Gesellschaft kritisch ablehnen, deswegen zu achten. Das sind im Grunde nur Denkfhler, die leicht zu vermeiden sind, denn die Gesellschaft als das umfassende System aller Kommunikation ist weder gut noch schlecht, sondern nur die Bedingung daf&#252;r, da&#223; etwas so bezeichnet werden kann.</p>
<p><i>Luhmann, Niklas: Die Moral der Gesellschaft. Suhrkamp Taschenbuchverlag. Frankfurt/Main 2008. S. 265.</i></p></blockquote>
<p>Bei Hegel ist es eher ein Verweis auf die logische Konsistenz, die verhindert, dass es sinnvoll sein k&#246;nne, sich au&#223;erhalb der Notwendigkeit des Vorhandenseins der Gesellschaft zu stellen, um diese dann zu bewerten. Man nehme sich damit die begrifflich sowie notwendige Grundlage einer Bewertung. Einfach gesagt, fehlen die Begriffe der Beurteilung.</p>
<p>Diese Erkenntnis, die einige M&#246;glichkeiten der kritischen oder politischen Theorie f&#252;r sinnlos erkl&#228;rt, f&#252;hrt aber keineswegs zur Unm&#246;glichkeit gesellschaftliche Missst&#228;nde zu benennen oder zu bewerten. Aber Gesellschaft als ganzes ist nicht zu bewerten, sondern Institutionen und Handlungen. &#8220;Ist die globalisierte Gesellschaft moralisch gut?&#8221;, ist also keine sinnvolle Frage und m&#252;sste umformuliert werden in eine Form wie folgende: &#8220;Ist die Institution Globalisierung moralisch gut?&#8221;</p>
<p>Man mag einwenden, dass dies keine grundlegend andere Frage ist. Aber der Fokus und somit die Grundlagen sind andere. Will man die Gesellschaft als ganze bewerten, fehlt die Grundlage, begrifflich wie kommunikativer Art. Schaut man sich die Globalisierung aber als Institution oder auch Prozess an, dann m&#252;ssen die Grundlagen zun&#228;chst herausgearbeitet werden. Eine einfache Bewertung f&#228;llt somit weg und eine Differenzierung setzt ein. Es reicht nicht mehr festzustellen, dass irgendetwas schlecht ist und durchaus feststellbar ist, dass eine gewisse Institution, hier die Globlaisierung, daf&#252;r urs&#228;chlich ist, sondern die Institution muss als ganzes beobachtet und erst dann beurteilt werden. Und das ohne gleich die ganze Gesellschaft in den Blick zu nehmen, denn das w&#252;rde einzig zur Unm&#246;glichkeit der Bewertung f&#252;hren.</p>
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		<title>Philosophie und Religion</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 00:14:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da ich gerade wieder einmal ein Streitgespr&#228;ch mit meinem Mitbewohner &#252;ber die Differenz zwischen der Religion bzw. Spiritualit&#228;t und der Wissenschaft bzw. der Philosophie hatte und dieser Streit ja ein ein immer w&#228;hrender ist, will ich gerne ein paar Gedanken dazu aufschreiben. Denn kommt es zu diesem Thema, bin ich meist auf der Seite der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-980" title="halbgott" src="http://www.onezblog.de/wp-content/uploads/2010/01/halbgott.jpg" alt="halbgott" width="468" height="208" />Da ich gerade wieder einmal ein Streitgespr&#228;ch mit meinem Mitbewohner &#252;ber die Differenz zwischen der Religion bzw. Spiritualit&#228;t und der Wissenschaft bzw. der Philosophie hatte und dieser Streit ja ein ein immer w&#228;hrender ist, will ich gerne ein paar Gedanken dazu aufschreiben. Denn kommt es zu diesem Thema, bin ich meist auf der Seite der Philosophie verortet und muss mich dann sowohl der Religion, der Spiritualit&#228;t, als auch der Wissenschaft erwehren. Allerdings nur, so diese drei Perspektiven auf bestimmte Weise vorgetragen werden, denn meine Sicht darauf schlie&#223;t in gewisser Weise alle vier Perspektiven ein. Daf&#252;r sind aber einige Vorannahmen wichtig.</p>
<p>Ich trenne die Institution Religion von deren spiritueller Erfahrung. Die Institutionen sind mir herzlich egal und werden argumentativ behandelt wie jede andere Institution auch, je nach dem in welche Diskurse sie sich einmischen. Will bspw. die katholische Kirche Politik betreiben, kann sie sich ihre spirituelle Seite sonst wohin schmieren, dann werden die Argumente gepr&#252;ft, wie auch die Argumente aller Parteien zu einem politischen Thema gepr&#252;ft werden. Da gibt es kein &#8220;benefit of doubt&#8221;. Ebenso verh&#228;lt es sich mit der Wissenschaft. Auch Wissenschaftler meinen bisweilen Politik betreiben zu m&#252;ssen. Auch dort sollte man dann nicht eine Autorit&#228;t vermuten, sondern die Vorschl&#228;ge ob ihrer politischen Relevanz pr&#252;fen. Wissenschaft, zumal deskriptive Naturwissenschaft, muss so einiges an argumentativen Aufwand betreiben, um normative Aussagen t&#228;tigen zu k&#246;nnen. Hier wird sich sehr h&#228;ufig &#252;ber die <a href="http://plato.stanford.edu/entries/moore/#3">Moorsche Formel</a> hinweg gesetzt, die besagt, dass aus Sein kein Sollen folgt. Wird dies dennoch behauptet, dann stellt diese Behauptung einen Kategorienfehler da. Ebenso lehne ich jegliche Form des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Szientismus">Szientismus</a> ab. Wissenschaft muss sich immer als in der Lebenswelt stehend betrachten und darf nicht gegen diese im vollen Sinne gerichtet sein. Damit meine ich nicht die krude Sprache mit der Wissenschaftler, und als solcher betrachte ich mich durchaus auch, daherkommen, sondern die Gl&#228;ubigkeit an den Status Quo. Wissenschaft arbeitet mit Hypothesen und diese Stellen sich eben nicht immer sofort als falsch heraus. Was heute wissenschaftlicher Consens ist, kann morgen schon &#252;berholt sein. Dabei bin ich mir bewusst, dass nach dem von <a href="http://plato.stanford.edu/entries/thomas-kuhn/#3">Kuhn aufgestellten Ablauf der Paradigmenwechsel</a> nie alles &#252;ber den Haufen geworfen wird und sich als falsch herausstellt. Dennoch sollte man sehr vorsichtig sein aufgrund von deskriptiver Forschung normative Forderungen aufzustellen. Die Welt ist immer noch ungemein komplex, auch wenn Hubble den Weltraum &#252;berwacht, der Gencode immer weiter entschl&#252;sselt wird und alternative Energie zumindest in Teilen nicht mehr nur Utopie darstellt.</p>
<p>Zumeist werde ich dennoch auf die Szientistische Position zur&#252;ckgedr&#228;ngt, nur weil ich dem Spiritualismus und der Religion nicht den Raum lasse, den diese gerne h&#228;tten. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert, auch nicht f&#252;r Gl&#228;ubige, und deshalb werden normative Anspr&#252;che eben gepr&#252;ft. Dabei kommt es immer wieder zu dem einen Problem: dass ich eben nicht an die Autorit&#228;t von der Bibel, dem Lehrer oder sonst was und -wem glaube, ohne diesen Glauben aber die Argumentation hinten r&#252;ber kippt. Ein Zirkel. Ohne die zehn Gebote und die Bergpredigt kein Christentum und kein christlicher Gott. Ohne Reinkarnation keine Forderung der fern&#246;stlichen Religionen, ohne Mohammed kein Islam.</p>
<p>Nun ist es aber die Perspektive des Philosophen eben nicht den Autorit&#228;tenbeweis zuzulassen, selbst wenn meinetwegen viele &#8220;Weisheiten&#8221; mit philosophischen Erkenntnissen &#252;bereinstimmen. Meist soll ich mir n&#228;mlich damit dann auch all das andere Zeug mit einkaufen. Aber die Geltung kann nicht durch sich selbst geltend gemacht werden. Deshalb muss man ja auch glauben. Da man damit nicht durchkommt, wird meist versucht mich selbst in die Glaubensecke zu stellen, eben Glauben an die Wissenschaft. Das ist prinzipiell gar keine schlechte Argumentation, hat aber einen Haken.<span id="more-979"></span></p>
<p>Der Haken an der Behauptung ist die Erfahrung. Gewisse deskriptiv eingeholte Wissensbest&#228;nde sind erfahrbar durch jeden. Das ist die Grundlage eines Experiments. Jeder sollte zu jeder Zeit und an jedem Ort auch zu diesem oder jenem Ausgang kommen k&#246;nnen. Zugegebener Ma&#223;en ist dies bei neueren Forschungen im Nanosektor oder in der Genforschung nur bedingt m&#246;glich. Aber <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Isaac_Newton#Mechanik">die Sache mit dem Apfel</a> und der Schwerkraft ist da schon einfacher. Daran muss ich nur zu sehr geringen St&#252;cken glauben. Ich muss nur glauben, denn beweisen l&#228;sst sich das nicht, dass morgen die Welt genauso ist, wie heute und die Naturgesetze nicht einfach so sich &#228;ndern. Das wars. War schon immer so, ist also nicht notwendig anzunehmen, dass es anders sein wird. Mein ganzes Leben haben sie gestimmt und auch das Leben aller Menschen lang haben sie gestimmt.</p>
<p>Mit Ausnahme der Wunder, wird dann h&#228;ufig eingeworfen. Und das ist gut, weil sich daran der Unterschied deutlich machen l&#228;sst. Bei einem Wunder greift Gott oder wer wei&#223; was in die Naturgesetzlichkeit ein und l&#228;sst etwas passieren. Sozusagen als <a href="http://de.wiktionary.org/wiki/performativ">performativer</a> Gottesbeweis. Praktisch, einfach, gut. Der Unterschied ist nur die Wiederholbarkeit. Diese Wunder passieren meist irgendwelchen Heiligen. Die dann davon erz&#228;hlen und entweder sofort verehrt werden oder aber nach ihrem Tod. Soweit so gut. Sch&#246;n f&#252;r die Menschen mit solchen Erfahrungen. Aber es gibt keinen Grund f&#252;r mich, dass in mein Weltbild einzubauen. Denn mir ist diese Erfahrung erst m&#246;glich, wird mir gesagt, wenn ich schon glaube und das sogar ne ganze Weile. Wenn mir jemand erz&#228;hlt, ihm sei ein Apfel auf den Kopf gefallen, dann ist das f&#252;r mich erfahrbar. Wenn mir jemand erz&#228;hlt, der Apfel h&#228;tte als Zeichen Gottes angefangen zu bluten, dann kann ich das nicht erfahren, denn bisher hat keiner meiner Madonnen, &#196;pfel oder Kreuze angefangen zu bluten. Das passiert immer nur anderen. Also was habe ich damit zu tun. Warten. Vielleicht kommt da ja noch was. Aber es akut in meine &#220;berlegungen einbeziehen muss ich es nicht. Kann ich, muss ich aber nicht. Das mit dem Apfel nicht einzubeziehen wird sich sehr schnell als L&#252;cke herausstellen, die dich sicher auch keine Wundererfahrungen mehr erfahren l&#228;sst.</p>
<p>Man glaubt bei beidem. Aber nicht auf dieselbe Art und Weise. Denn den Glauben, dass Gott oder sonst was Metaphysisches morgen noch da ist, muss der Gl&#228;ubige ja auch aufbringen, zum Glauben daran, dass die Naturgesetze auch morgen noch gelten. Zudem ist die Erfahrbarkeit eine andere.</p>
<p>Ich will gar nicht abstreiten, dass Menschen Erfahrungen machen, die sie nicht erkl&#228;ren k&#246;nnen. Sicher ist ja, dass keine unserer Erfahrungen vollumfassend erkl&#228;rbar sind, also sprachlich einholbar. Daf&#252;r gibt es das Beispiel des Unfalls und der Zeugenbefragung. Jeder wird eine andere Versiond es Unfalls zum besten geben, obwohl alle fast genau dasselbe gesehen, geh&#246;rt und gerochen haben. Das l&#228;sst L&#252;cken. In der Philosophie werden diese L&#252;cken sogar noch entschieden gr&#246;&#223;er, auch wenn sie mit noch so gro&#223;er Anstrengung zu stopfen versucht werden. In diesen L&#252;cken ist man gefordert. Man muss kreativ mit seinem Leben umgehen und handlungsf&#228;hig sein, auch wenn selbst die Philosophie keine vollumfassende Antwort auf die Frage was wir tun sollen, geben kann. Diese kreativen L&#252;cken m&#246;gen mit Spirituellem und Religi&#246;sen zu f&#252;llen sein. Warum nicht.</p>
<p>Aber, und das ist mir wichtig. Diese L&#252;cken sollten nicht dazu dienen, immer breiter zu werden und so tiefe Stollen unter unser Verst&#228;ndnis zu graben. Wenn auf einmal dann von spirituellen Tatsachen oder Fakten gesprochen wird, wenn normative S&#228;tze fallen, die uns sonst keine Probleme bereiten, wenn Politik gemacht werden soll und anderen vorgeschrieben wird, was richtig ist, dann werden die L&#252;cken unserer Sprache, Logik und unseres Verstandes missbraucht. Kant hat seine drei Kritiken geschrieben um gerade die Grenzen des Beweisbaren auszuloten. Nicht um alles andere als nicht existent zu verdammen, sondern um das <a href="http://plato.stanford.edu/entries/wittgenstein/#Lan">Sprachspiel</a> klar zu machen. Wenn man &#252;ber Religion redet, den Sinn des Lebens oder &#252;ber Meditation, dann ist das nicht unbedingt sinnlose Rede, aber es ist auch nicht sinnvolle Rede, nur weil diese Rede viele &#252;berzeugt.</p>
<p>Sinnlos ist es nicht, weil der Austausch auch &#252;ber das Unbeschreibbare Halt, Sinn und Konsistenz f&#246;rdern kann. Aber es darf nicht soweit gegangen werden, auf einmal diese L&#252;cke dann selbst als Wahrheit oder sonst was zu begreifen. Denn dann verl&#228;sst man die L&#252;cken wieder und kehrt zur&#252;ck in das Sprachliche und dort muss dies auch wieder sprachlich gepr&#252;ft werden.Hier kann die L&#252;cke nicht selbst als Rechtfertigung gelten, denn diese ist gerade das Sprachspiel in dem die Rechtfertigung nicht ben&#246;tigt wird. Es ist ein Austausch. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.</p>
<p>Musste ich Mal loswerden.</p>
<p>Ich bin mir sicher, dass einige meiner Aussagen erl&#228;uterungsbed&#252;rftig sind und stehe gerne in den Kommentaren Rede und Antwort. H&#228;tte ich alle &#220;berlegungen ausgef&#252;hrt, w&#228;re es aber kein Blogbeitrag, sondern ein Buch geworden. Ein paar der weiterf&#252;hrenden Links k&#246;nnen auch beim Verst&#228;ndnis helfen, auch wenn sie teilweise zur Wikipedia f&#252;hren.</p>
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		<title>Was ist Philosophie?</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 13:44:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Brandt]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-962" title="les-philosophes" src="http://www.onezblog.de/wp-content/uploads/2009/12/les-philosophes.jpg" alt="les-philosophes" width="468" height="221" />Ich verwehre mich meist gegen die Frage, was denn eigentlich Philosophie sei? Zu oft wird einem der Anspruch mit dieser Frage entgegengetragen, als Philosoph m&#252;sse man diese Frage klar und deutlich beantworten k&#246;nnen und zu oft lassen sich Philosophen dazu verleiten, dies auch zu tun. Bisweilen in Einklang mit dem philosophischen Geb&#228;ude, in dem sie sich gedanklich bewegen. Zu oft aber ist die Beantwortung der Frage nur habituell gest&#252;tzt. Als die erste Wissenschaft, die Eule der Minerva, die die Fehler der Unterwissenschaften ausb&#252;gelt (Hegel) oder als Therapie der Wissenschaft (Wittgenstein). Fast alle Antworten haben eines gemeinsam: sie dr&#252;cken eine Vorrangigkeit aus, erheben den Philosophen in eine geistige H&#246;he, die nur durch Philosophie zu erreichen ist und kreieren so moderne Denkhelden. Aber damit einhergehend wird die Philosophie auch als ein feststehendes konstituiert. Beim Lesen heute morgen habe ich eine weitere Antwortm&#246;glichkeit gefunden, die mir entschieden besser gef&#228;llt. Ich zitiere:</p>
<blockquote><p>Durch alle Poren unserer Kultur dringt die Reflexion und das kritische Begreifen, ob Staat und &#214;konomie und Gesellschaft, ob Alltags- und Formalsprache, ob Malerei, Epos, Lyrik, Filmkunst und Architektur, Urbanistik: in allem nisten immer schon menschliche Selbstreflexion und philosophisch-kritische Erkenntnis. Wer &#252;berhaupt etwas von all dem begriefen will, ist zum Nach- und Mitphilosophieren gezwungen; so f&#252;hren am Ende alle Wege zur Philosophie.</p>
<p><em>Brandt, Reinhard: Philosophie &#8211; Eine Einf&#252;hrung. Stuttgart 2003.</em></p></blockquote>
<p>Nimmt man Mal den letzten Satz weg, der erst mit weiterer Lekt&#252;re ersichtlich wird und auf den ich im Folgenden noch zur&#252;ckkommen werde, dann reift die Erkenntnis, dass Philosophie nicht ein anderes ist, nichts gegen etwas anderes stehendes ist, sondern mit allem Menschlichen Tun verkn&#252;pft ist. Damit wird der Mythos zerst&#246;rt, der Philosophie als Liebe zur Weisheit, was die w&#246;rtliche &#220;bersetzung ist, die immer noch gerne zitiert und verwendet wird. Philosophie ist dann nicht mehr eine bestimmte Grundhaltung oder die au&#223;erordentliche Besch&#228;ftigung mit einem bestimmten Gebiet, dem Denken oder der Weisheit, sondern Grundlage menschlichen Tuns und menschliches Tun in einem.</p>
<p>Das bedeutet nicht, dass damit dnan alles gleich philosophisch ist oder dem besten Argument seine Geltung abhanden kommt, denn eine Einschr&#228;nkung ist ja auch in aller Weite der oben zitierten Sichtweise auf die Frage gegeben. Ein kritisches Begreifen, eine Reflexion, um zu verstehen, was getan wird, wurde und werden soll f&#252;hrt zur Philosophie. Dass diese dann professionalisiert wird und meinetwegen auch in oben genannte Beschreibungen der Therapie f&#252;r die Wissenschaften, der Eule der Minerva oder der bestimmten Weisheitsliebe f&#252;hrt, ist in der Beschreibung von Brandt angelegt. Deshalb f&#252;hren alle Wege zur Philosophie. Philosophie dann als eine T&#228;tigkeit. Aber eien, die nicht vergessen soll, das sie Ziel eines Weges ist, der ihr &#252;berhaupt den Weg weisen kann.</p>
<p>Der Unterschied ist aber die Hinf&#252;hrung und die Unterscheidung der Philosophie in den Weg zu ihr, der selbst schon ihre Grundlage und somit auch ihr Selbstverst&#228;ndnis ausdr&#252;ckt und der professionellen und intensiven Besch&#228;ftigung mit ihr. Was aber istd amit gewonnen, au&#223;er einer weiteren Spitzfindigkeit, die dem Alltag so gleichg&#252;ltig gegen&#252;bersteht, wie es der Philosophie immer wieder kritisch angetragen wird?</p>
<p>Nun, die Perspektive ist nicht mehr so eingeschr&#228;nkt. Die moderne professionelle Philosophie krank bisweilen daran, ihren Beginn darin zu nehmen zun&#228;chst radikal die Perspektive einzuschr&#228;nken, um die Konfliktsituation auf bestimmte Argumentsklassen zu verlegen, sodass einem nicht gleich das ganze Geb&#228;ude um die Ohren fliegt. Das hat Tradition und Descartes darf wohl als Leuchtturm dieser Weise zu Philosophieren genannt werden. Seinen methodischen Skeptizismus ist die Philosophie nicht mehr losgeworden.</p>
<p>Versteht mich nicht falsch, ich will keinesfalls diesen Weg diskreditieren, aber den Anspruch an den Anfang zu setzen, nur mit einem Problem Beginnen zu d&#252;rfen mit der Philosophie, will ich ebenso zur&#252;ckweisen. Wie viele Philosophen sind erst sp&#228;t zu einer &#220;berzeugung gelangt, was denn Philosophie eigentlich sei? Wie viele Philosophen sind zun&#228;chst ganz anderen Fragen nachgegangen, als den spezifisch Philosophischen?</p>
<p>Studiert man Philosophie muss alles auf die Fragen der Theoretischen und Praktischen Philosophie bezogen sein. Man muss schon vorher wissen, wohin man will. Mir ist es dabei egal ob meine mit Unwissenheit gespickte Analyse richtig ist, dass den meisten Philosophen wohl erst sehr sp&#228;t bis gar nicht auff&#228;llt, wohin ihr Werk laufen wird. H&#228;tte sich Heidegger tr&#228;umen lassen zur Ikone der franz&#246;sischen Postmoderne aufzusteigen? H&#228;tte Hegel wohl damit gerechnet zwischen Links- und Rechtshegelianern zerrieben zu werden, immer in Bezug auf Fragen, die vielleicht so gar nicht seine gewesen sind?</p>
<p>Was ich sagen will ist einfach. Philosophie darf ziellos sein und das bedeutet nicht faul oder unkonzentriert. Nat&#252;rlich ist man Rechenschaft schuldig und einen Abschluss gibts auch nicht f&#252;r die Aussage, dass man eben ein anderes Philosophieverst&#228;ndnis hat. Eingliederung in bestehende Probleme darf aber auch nicht so starr sein, dass die Philosophie unter dieser Eingliederung zerbricht. Positiver Anspruch kann nicht einhergehen mit Vergessenheit gegen&#252;ber der eigenen Selbstverst&#228;ndlichkeit.</p>
<p>Philosophie hat immer vom Neuen gelebt. Das vermisse ich in unseren Tagen ein wenig. Auf mehr wollte ich auch gar nicht hinaus.</p>
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		<title>Unbehagen am Skandal</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 12:52:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<description><![CDATA[Niklas Luhmann dr&#252;ckt im folgenden Zitat genau mein Unbehagen gegen&#252;ber politischen Skandalen aus, dieich selbst so genau nicht h&#228;tte beschreiben k&#246;nnen: [Die Form des Skandals] zielt auf Individuen und best&#228;tigt damit die ohnehin verbreitete &#220;bersch&#228;tzung der Bedeutung einzelner personen f&#252;r das politische System. Vor allem aber sind zahlreiche, wirklich skandal&#246;se Eigenarten der Informationsverarbeitung im politischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Niklas Luhmann dr&#252;ckt im folgenden Zitat genau mein Unbehagen gegen&#252;ber politischen Skandalen aus, dieich selbst so genau nicht h&#228;tte beschreiben k&#246;nnen:</p>
<blockquote><p>[Die Form des Skandals] zielt auf Individuen und best&#228;tigt damit die ohnehin verbreitete &#220;bersch&#228;tzung der Bedeutung einzelner personen f&#252;r das politische System. Vor allem aber sind zahlreiche, wirklich skandal&#246;se Eigenarten der Informationsverarbeitung im politischen System gar nicht skandalf&#228;hig. Sie werden zwar als Skandale bezeichnet, k&#246;nnen aber nicht moralische Entr&#252;stung, sondern bestenfalls Resignation und Apathie erzeugen. Zu denken ist vor allem an die H&#228;ufung von erheblichen finanziellen fehlplanungen, die ohne Unterstellung von verschleierungsabsichten kaum verst&#228;ndlich sind, sowie an ebenso gravierende &#246;kologische Unaufmerksamkeiten in bereits hochsensibilisierten Zusammenh&#228;ngen. Man kann angesichts solcher Tatbest&#228;nde Systemkritik treiben oder F&#252;hrungspersonal <em>zur verantwortung ziehen</em>, kaum aber in den apparat selbst eingreifen. Von au&#223;en gewinnt man den Eindruck, da&#223; die Verwaltungsb&#252;rokratie des Staates wie ein soziales Netzwerk konstruiert ist, dessen hauptziel darin besteht, sicherzustellen, da&#223; nichts passiert, wenn etwas passiert.</p>
<p>Luhman, Niklas: Die Moral der Gesellschaft. stw 1871. S. 173.</p></blockquote>
<p>Wenn Luhmann hier die Verwaltungsb&#252;rokratie als Ursache ausmacht, dann geht er mir noch nicht weit genug. Medien, Intellektuelle, der Stammtisch und das digitale Rauschen sehen auch immer nur zwei M&#246;glichkeiten: entweder istd as System schlecht, schuld und &#252;berhaupt der b&#246;se Kapitalismus, oder aber die Person, die gerade der Beh&#246;rde vorsteht ist der Teufel. Das ist nat&#252;rlich &#252;berspitzt, denn man kann kaum so vielen sich &#196;u&#223;ernden nur diese zwei M&#246;glichkeiten unterstellen. gerade durch hinzunahme von blogs und &#252;berhaupt digitalen Medien scheint mir die Meinungsvielfalt weiter zu gehen. Aber dennoch wird kaum bewogen, was dnen am Apparat zu &#228;ndern w&#228;re, was sich wie &#228;ndern lassen k&#246;nnte. Person oder System m&#252;ssen Schuld sein, als dritte M&#246;glichkeit vielleicht beide. Bei jedem &#8220;Skandal&#8221; dasselbe Geschrei. Konstruktive Kritik sieht anders aus. Und dabei darf der Fokus nicht allein auf die Verhinderung dieses Problems in der Zukunft gelegt werden, sondern es muss gefragt werden, was dazu gef&#252;hrt hat, dass dieses etwas passiert ist und welche Struktur dies bef&#246;rdert hat. Denn gerade bei Beh&#246;rden ist es wohl selten das Handeln einer einzelnen Person. Nur so lassen sich Varianten dieses Skandals in der Zukunft verhindern.</p>
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		<title>Christian Wolff Vorlesung 2009</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 15:30:26 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[F&#252;r alle, die in Marburg oder erreichbarer Umgebung wohnen, habe ich einen interessanten Veranstaltungstipp am Donnerstag. Um 20 Uhr wird in der Aula der alten Universit&#228;t Marburg die Christian Wolff Vorlesung stattfinden und diese ist jedes Jahr ein Ereignis. Am Donnerstag wird Herta Nagl-Docekal aus Wien zu dem Titel &#8220;Religi&#246;se Vielfalt im modernen Rechtsstaat. Ungekl&#228;rte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-904" title="christian-wolff" src="http://www.onezblog.de/wp-content/uploads/2009/10/christian-wolff.jpg" alt="christian-wolff" width="196" height="253" />F&#252;r alle, die in Marburg oder erreichbarer Umgebung wohnen, habe ich einen interessanten Veranstaltungstipp am Donnerstag. Um 20 Uhr wird in der Aula der alten Universit&#228;t Marburg die Christian Wolff Vorlesung stattfinden und diese ist jedes Jahr ein Ereignis. Am Donnerstag wird Herta Nagl-Docekal aus Wien zu dem Titel &#8220;Religi&#246;se Vielfalt im modernen Rechtsstaat. Ungekl&#228;rte Fragen in einer philosophischen Diskussion der Gegenwart&#8221; ihren Vortrag halten und gemeinhin sind diese &#246;ffentlichen Vorlesungen in diesem Rahmen auch f&#252;r ein breites Publikum verst&#228;ndlich. Das macht es f&#252;r mich als Philosophiestudenten zwar etwas langweiliger, aber es geht bei solchen Ereignissen ja uch um anderes, als das sture Lernen. Also kommt vorbei, wenn ihr Zeit und Lust habt. Nach der Vorlesung gibt es auch noch einen Sektempfang, den ich sicher auch nicht verpassen werde. Weitere Informationen zur Vorlesung mit einigen Videos der fr&#252;heren Jahre findet ihr aufd er Siete des Instituts f&#252;r Philosophie, die ich betreue: <a href="http://www.uni-marburg.de/fb03/philosophie/institut/c_wolff_vl">Christian Wolff Vorlesung</a>. Wer sich noch vorher schnell informieren will, wer Christian Wolff eigentlich war und warum diesem zu Ehren noch jetzt fast vierhundert Jahre sp&#228;ter eine Vorlesung gehalten wird, der schaut am besten in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_von_Wolff">Wikipedia</a> nach. F&#252;r einen guten &#220;berblick reicht das.</p>
<p>Bild von Bonio unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de">Creative Commons Lizenz</a></p>
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		<title>Geschriebenes</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 09:48:13 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Schreiben ist die Verwirklichung eines immer dreifach Konkreten. Es ist das Selbst, das Andere und die innere Selbsst&#228;ndigkeit des Textes.</p>
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		<title>Wissenschaftliches Englisch</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jan 2009 17:47:23 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich dachte wirklich, ich verst&#252;nde gut Englisch. Aber durch mein Seminar &#8220;Kritische Philosophie der Neurowissenschaften&#8221; bin ich gezungen mich haupts&#228;chlich mit aktuellen englischen Texten auseinanderzusetzen, die zudem noch ein mir eher unbekanntes Feld bearbeiten, sowohl die philosophische Perspektive, als auch die der Neurowissenschaften. Mein hier hervortretendes Englisch als rudiment&#228;r zu bezeichnen ist schon fast zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich dachte wirklich, ich verst&#252;nde gut Englisch. Aber durch mein Seminar &#8220;Kritische Philosophie der Neurowissenschaften&#8221; bin ich gezungen mich haupts&#228;chlich mit aktuellen englischen Texten auseinanderzusetzen, die zudem noch ein mir eher unbekanntes Feld bearbeiten, sowohl die philosophische Perspektive, als auch die der Neurowissenschaften. Mein hier hervortretendes Englisch als rudiment&#228;r zu bezeichnen ist schon fast zu hoch gegriffen.</p>
<p>Ich k&#246;nnte ausrasten!</p>
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