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	<title>Onezblog &#187; Philosophie</title>
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	<description>Schreiben um des Schreibens Willen</description>
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		<title>Tagung Imago Mortis in Venedig</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Oct 2010 14:35:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Tagungsbericht würde wohl nur langweilen und auch keinem der Vortragenden gerecht werden. So lasse ich einfach meine Gedanken zur intensiven Woche in Venedig fließen. Gestern Abend bin ich wiedergekommen und habe erstmal dreizehn Stunden geschlafen, denn die Intensität hat sich vor allem in reduziertem Schlaf ausgewirkt.Ich war auf der Tagung Imago Mortis an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.raphael-raue.de/wp-content/uploads/2010/10/venedig1.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-436" title="Steg in venedig" src="http://www.raphael-raue.de/wp-content/uploads/2010/10/venedig1-468x351.jpg" alt="" width="468" height="351" /></a>Ein Tagungsbericht würde wohl nur langweilen und auch keinem der Vortragenden gerecht werden. So lasse ich einfach meine Gedanken zur intensiven<a href="http://www.venedig-reisen.net"> Woche in Venedig</a> fließen. Gestern Abend bin ich wiedergekommen und habe erstmal dreizehn Stunden geschlafen, denn die Intensität hat sich vor allem in reduziertem Schlaf ausgewirkt.Ich war auf der Tagung<em> Imago Mortis</em> an der <a href="http://www.univiu.org/">Venice International University</a> eingeladen, die vom Projekt <a href="http://www.todundtoterkoerper.eu/">Tod und toter Körper</a> organisiert wurde, an dem ich dieses Semester mitarbeiten werde. So gesehen war es ein erstes Schnuppern in philosophischen Alltag wissenschaftlicher Ebene, der nicht aus alleinigem Lesen und Schreiben in der eigenen Kammer bestand. Wir haben immer von neun bis dreizehn Uhr gearbeitet, um danach weiterzudiskutieren und uns auszutauschen im Anblick und Gedränge der Stadt Venedig. An dieser Stadt kann man sich nicht satt sehen.Venedig ist zwar eine dieser typischen Touristenstädte aber anders als <a href="http://www.frankreichreise.info/paris.html">Paris</a> oder ähnliche Städte drückt sich das im Stadtbild nicht so stark aus, denn die Wege und Möglichkeiten sind, trotz der geringen Fläche, so ungemein vielfältig, dass es nur ein paar Orte gibt, wo kaum Venezianer anzutreffen sind. Der Markusplatz wäre da zu nennen.Venedig ist eine der Städte, in der man sich ständig verläuft und beschreibt den Eindruck von ihr vor allem dadurch. Wann immer man die falsche Gasse wählt, landet man am Wasser. Sackgassen sind durch Kanäle begrenz. Man läuft nie ins Nichts, sondern trifft immer auf die Eigenart dieser Stadt.Das Seminar fand in den Räumlichkeiten der Venice International University auf der Insel San Servolo statt und es gibt wenig geistvollere Orte. Es ist hier nicht unbedingt die Geschichte, sondern das Mediterrane und die Gestaltung durch viel Park, Bänke und der Blick aufs Meer, die eine thematische Fokussierung mit Öffnung zum Weiten zulässt.Das Projekt ist eine transdisziplärene Kooperation aus Soziologie, Medizin, Philosophie und Recht, die den Tod und den toten Körper sowie die Auswirkungen und die Relevanz auf unsere Gesellschaft aufzeigen will. Der Tod als Teil unserer Existenz, um es mal ganz vage zu formulieren, ist durch die vorwegnehmende Vorstellung ein nicht unerheblich prägender Teil unserer Lebensführung, -praxis und eben auch unserer Gesellschaft. Fragen der Orgentransplantation, Kriterien zur Feststellung des Todeseintritts, Darstellung in Film, Literatur und der Kunst waren ebenso Teil der Tagung wie die ethischen Implikationen der jeweiligen Vorstellung. Ich hätte nicht erwartet, dass es so schwierig sein würde ein Modell der Beschreibung zu finden, was alle Aspekte einschließt, dabei aber nicht widersprüchlich ist oder einzelne Bereiche ungerechtfertigt reduziert. Wenn man möchte kann man an diesem Problem alle andere Probleme unseres Lebens festmachen.Auch wenn mich seit jeher praktische Folgen philosophischer Arbeit nur bedingt interessieren, freue ich mich auf die Arbeit an dem Projekt, denn es ist weiter angelegt, als ich zunächst gedacht habe. Hoffentlich kann ich nächstes Jahr wieder in Venedig dabei sein.</p>
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		<title>Tod und toter Körper</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 12:21:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich arbeite im nächsten Semester in der Forschungsgruppe &#8220;Tod und toter Körper&#8221; von Frau Esser mit und habe meiner Mutter, die solche Fragen interessieren, das Buch des Forschungsprojekts empfohlen. Dabei haben wir entdeckt, dass man es auf der Seite der Uni Kassel kostenlos als pdf herunterladen kann. Nur ausdrucken kann man es nicht, die druckbare [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich arbeite im nächsten Semester in der Forschungsgruppe &#8220;<a href="http://www.todundtoterkoerper.eu/">Tod und toter Körper</a>&#8221; von <a href="http://www.uni-marburg.de/fb03/philosophie/institut/professorinnen/esser">Frau Esser</a> mit und habe meiner <a href="http://www.monalisablog.de">Mutter</a>, die solche Fragen interessieren, das Buch des Forschungsprojekts empfohlen. Dabei haben wir entdeckt, dass man es auf der Seite der Uni Kassel kostenlos als <a href="http://www.uni-kassel.de/upress/publi/abstract.php?978-3-89958-338-0">pdf herunterladen</a> kann. Nur ausdrucken kann man es nicht, die druckbare pdf kostet 10 Euro, was immer noch entschieden günstiger ist, als die 30 Euro, die es im Buchhandel kostet. Vielleicht interessiert ja auch einen meiner Leser das Thema.</p>
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		<title>Die Philosophie ist zynisch</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 17:32:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Philosophen sind das zynische Gewissen jeder Gesellschaft. Das ist nicht ihr Selbstverständnis, sondern wird ihnen angetragen. Dass diese Festschreibung aber nicht ganz fern liegt, liegt am Selbstverständnis der Philosophie, die sich selbst immer als kritische Wissenschaft versteht. Es ist viel unternommen worden, um diese Selbsteinschätzung argumentativ einzuholen. Mehr oder weniger erfolgreich. Meiner Meinung nach ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.onezblog.de/wp-content/uploads/2010/02/nietzsche.jpg" alt="nietzsche" title="nietzsche" width="468" height="624" class="aligncenter size-full wp-image-1118" /><br />
Philosophen sind das zynische Gewissen jeder Gesellschaft. Das ist nicht ihr Selbstverständnis, sondern wird ihnen angetragen. Dass diese Festschreibung aber nicht ganz fern liegt, liegt am Selbstverständnis der Philosophie, die sich selbst immer als kritische Wissenschaft versteht. Es ist viel unternommen worden, um diese Selbsteinschätzung argumentativ einzuholen. Mehr oder weniger erfolgreich. Meiner Meinung nach ist dieses Selbstverständnis aber das Resultat des notwendig zynischen Umgangs eines Philosophen mit der Philosophie. Dieser notwendig zynische Umgang kann eventuell wieder der Philosophie bzw. ihrem Forschungsbereich innegelegt werden.  Aber um diesen Schritt will ich mich hier nicht kümmern.</p>
<p>Philosoph zu sein ist eine komische Angelegenheit, die mit nichts anderem vergleichbar ist, das ich in meinem noch recht jungem Leben kennengelernt habe. Die Zuschreibung “Ich bin ein Philosoph” ist nie alleine zu machen. Immer muss man dieser Beschreibung einen kritischen Zusatz mit beigeben, ansonsten wird es nicht akzeptiert. Weder durch andere “Philosophen” noch von sich selbst. &#8220;Ich bin Philosoph&#8221; ist ein Paradox, auf das Heidegger bspw. reagiert hat, indem er sich in späteren Jahren nur noch ablehnend dazu verhalten hat und sich “Denker” genannt hat. Man kann jetzt in seinem Werk Gründe dafür suchen, denn diese sind sicher zahlreich vorhanden, aber ich möchte gerne einen persönlicheren Weg gehen.</p>
<p>Nur Philosophie zu betreiben ist nach einigen kritischen Wenden des 20. Jahrhunderts eigentlich nicht mehr möglich. Man müsste sich als Handwerker der Philosophie verstehen, würde sich immer selbst mit dem Vorwurf der Tautologie konfrontiert sehen. Philosoph zu sein ist ein gewisser methodischer Zugang, über die Philosophie selbst aber kann man damit dennoch kaum etwas aussagen. Ich betreibe Philosophie bedeutet, dass man sich philosophisch mit etwas anderem beschäftigt. Damit meine ich nicht die willkürlich gewachsene Einteilung in verschiedene Wissenschaften, sondern dem Wegfall der Beschäftigung mit klar umrissenen Entitäten, wie es vielleicht bisKant noch üblich war. Da will ich mich geschichtlich nicht unbedingt festlegen. Aber heutePhilosophie zu betreiben heißt vor allem auf Fragen des Lebens zu antworten. Das mag in der anglo-amerikanischen Welt noch anders aussehen, aber dass würde ich hier gerne ausblenden. Die Frage des Sinns des Lebens wird von mir übrigens nicht darunter gezählt. Das ist keine Frage, der man sich meiner Meinung nach noch philosophisch nähern kann. Wer Sinn sucht, wird in der Philosophie scheitern, da Sinn immer Entscheidung und nicht Unterscheidung bedeutet. Will ich Sinn muss ich mich irgendwann entscheiden, worin dieser liegen soll. Unterscheidungen werden mit längerer Untersuchung immer komplexer und somit eher sinnlos in Bezug auf einen persönlichen Sinn. Sie zeigen, dass jede Erkenntnis eher von mir persönlich wegführt, als dort hinführt, so der Erkenntnisstrang nicht abgewürgt wird: die Entscheidung.</p>
<p>Wenn ich sage, dass die Philosophie sich nur sinnvoll selbst auf sich selbst beziehen kann, wenn sie die Fragen des Lebens ins Blickfeld nimmt, dann meine ich, dass Fragen der Antropologie, Fragen der Ethik, Fragen der Kultur und Gesellschaft fragen nach Entitäten abgelöst haben. Eine Philosophie ohne einen Begriff von und Bezug auf Lebenswelt ist spätestens seit dem späten Wittgenstein, ich meine schon seit Hegel, nicht nur sinnlos und leer, sondern vor allem nicht mehr ihrem Selbstverständnis entsprechend; eben nicht mehr kritisch. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Das Paradigma des kritischen ist der Philosophie so innewohnend, dass Philosophie studieren immer auch bedeutet einen gewissen Zynismus zu lernen.</p>
<p>Alles ist Quatsch, überall lauern Kategorienfehler und Verkürzungen von Komplexität. Jedes Sprachspiel enthält Fehler und kaum einem Diskurs wird Rechnung getragen. Kurz, man wird als ernster Philosoph von genau dem Bereich, der zur Untersuchung festgeschrieben ist, weggetrieben. Zynismus ist die Unfähigkeit sich positiv auf das was ist zu beziehen. Und genau hier setzt das philosophische Denken ein und weist dem Satz jede Menge Fehler nach. Philosoph zu sein ist im Grunde die Unfähigkeit sich entscheiden zu können, denn gute gründe erfordern Urteilskraft und diese ist in ihrem kreativen Moment unendlich.</p>
<p>Als Student der Philosophie ist man also irgendwann vor die Aufgabe der einzigen Entscheidung gestellt, die die Philosophie bereitzuhalten scheint: Analytiker und somit Handwerker der Philosophie oder Hermeneutik und somit einerseits Kreativer und andererseits Quatschkopf.</p>
<p>Die Verbindung dieser beiden Positionen ist zwar immer schon Habitus deutscher Philosop0hie gewesen, aber dazu wird nicht angeleitet. Es scheint doch immer so zu sein, als gebe es nr eine der beiden Argumentationsklassen und ein Übertrag wird immer angekreidet. Das Witzige daran ist, dass dies nahezu jeden Studenten ungemein auf die Nüsse geht, aber sobald der Student dann in Promotion oder Mitarbeiterstatus gehoben ist, scheint die Abkehr auf mysteriöse Art und Weise vollzogen zu sein. Damit soll nicht plump ausgedrückt zu sein, dass Mitarbeiter ihre Wurzeln vergessen. Es soll noch nicht einmal eine Kritik daran formuliert werden, sondern mich würde schlicht interessieren, warum das so ist.</p>
<p>Wenn ich mir vorstelle, diese Entscheidung treffen zu müssen, dann mache ich doch lieber etwas anderes. Denn wenn schon Begrenzung um des Zieles willen, dann doch bitte funktional konsequent und mit richtigem Gehalt. Denn wenn der Professorenstatus nicht erreicht wird, war die Entscheidung so schade wie verheerend.</p>
<p>Zu leben ist immer eine Einschränkung von Möglichkeiten, aber der Preis sollte einem Bewusst sein. Leider ist dieses Bewusstsein das eines Zynikers.</p>
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		<title>K&#246;nnen Gesellschaften gut/schlecht sein?</title>
		<link>http://www.onezblog.de/item/2010/01/koennen-gesellschaften-gut-oder-schlecht-sein/</link>
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		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 12:17:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bin heute bei meiner Luhmannlektüre auf einen interessanten Gedanken gestoßen, der mir auch schon bei Hegel aufgefallen ist. Es geht um die Frage, ob Gesellschaften dem Code gut/schlecht unterworfen werden können, also um die Frage, ob eine Gesellschaft moralisch bewertet werden kann. Beide Denker verneinen mit dem Verweis darauf, dass Gesellschaften erst die Grundlage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.onezblog.de/wp-content/uploads/2010/01/gesellschaft.jpg" alt="gesellschaft" title="gesellschaft" width="468" height="220" class="aligncenter size-full wp-image-1047" />Ich bin heute bei meiner Luhmannlektüre auf einen interessanten Gedanken gestoßen, der mir auch schon bei Hegel aufgefallen ist. Es geht um die Frage, ob Gesellschaften dem Code gut/schlecht unterworfen werden können, also um die Frage, ob eine Gesellschaft moralisch bewertet werden kann. Beide Denker verneinen mit dem Verweis darauf, dass Gesellschaften erst die Grundlage für eine solche Beurteilung bereitstellen. Dieser Verweis auf die Ursächlichkeit bei Luhmann bzw. die Notwendigkeit in der Argumentation bei Hegel will zeigen, dass eine solche Beurteilung grundlegend falsch ist, einen Kategorienfehler begeht.</p>
<blockquote><p>Ohnehin ist die Gesellschaft kein möglicher Gegenstand moralischer Bewertung; und erst recht wäre es absurd, diejenigen, die die moderne Gesellschaft für gut halten, deswegen für schlecht zu halten; oder diejenigen, die die Gesellschaft kritisch ablehnen, deswegen zu achten. Das sind im Grunde nur Denkfhler, die leicht zu vermeiden sind, denn die Gesellschaft als das umfassende System aller Kommunikation ist weder gut noch schlecht, sondern nur die Bedingung dafür, daß etwas so bezeichnet werden kann.</p>
<p><i>Luhmann, Niklas: Die Moral der Gesellschaft. Suhrkamp Taschenbuchverlag. Frankfurt/Main 2008. S. 265.</i></p></blockquote>
<p>Bei Hegel ist es eher ein Verweis auf die logische Konsistenz, die verhindert, dass es sinnvoll sein könne, sich außerhalb der Notwendigkeit des Vorhandenseins der Gesellschaft zu stellen, um diese dann zu bewerten. Man nehme sich damit die begrifflich sowie notwendige Grundlage einer Bewertung. Einfach gesagt, fehlen die Begriffe der Beurteilung.</p>
<p>Diese Erkenntnis, die einige Möglichkeiten der kritischen oder politischen Theorie für sinnlos erklärt, führt aber keineswegs zur Unmöglichkeit gesellschaftliche Missstände zu benennen oder zu bewerten. Aber Gesellschaft als ganzes ist nicht zu bewerten, sondern Institutionen und Handlungen. &#8220;Ist die globalisierte Gesellschaft moralisch gut?&#8221;, ist also keine sinnvolle Frage und müsste umformuliert werden in eine Form wie folgende: &#8220;Ist die Institution Globalisierung moralisch gut?&#8221;</p>
<p>Man mag einwenden, dass dies keine grundlegend andere Frage ist. Aber der Fokus und somit die Grundlagen sind andere. Will man die Gesellschaft als ganze bewerten, fehlt die Grundlage, begrifflich wie kommunikativer Art. Schaut man sich die Globalisierung aber als Institution oder auch Prozess an, dann müssen die Grundlagen zunächst herausgearbeitet werden. Eine einfache Bewertung fällt somit weg und eine Differenzierung setzt ein. Es reicht nicht mehr festzustellen, dass irgendetwas schlecht ist und durchaus feststellbar ist, dass eine gewisse Institution, hier die Globlaisierung, dafür ursächlich ist, sondern die Institution muss als ganzes beobachtet und erst dann beurteilt werden. Und das ohne gleich die ganze Gesellschaft in den Blick zu nehmen, denn das würde einzig zur Unmöglichkeit der Bewertung führen.</p>
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		<title>Philosophie und Religion</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 00:14:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da ich gerade wieder einmal ein Streitgespräch mit meinem Mitbewohner über die Differenz zwischen der Religion bzw. Spiritualität und der Wissenschaft bzw. der Philosophie hatte und dieser Streit ja ein ein immer währender ist, will ich gerne ein paar Gedanken dazu aufschreiben. Denn kommt es zu diesem Thema, bin ich meist auf der Seite der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-980" title="halbgott" src="http://www.onezblog.de/wp-content/uploads/2010/01/halbgott.jpg" alt="halbgott" width="468" height="208" />Da ich gerade wieder einmal ein Streitgespräch mit meinem Mitbewohner über die Differenz zwischen der Religion bzw. Spiritualität und der Wissenschaft bzw. der Philosophie hatte und dieser Streit ja ein ein immer währender ist, will ich gerne ein paar Gedanken dazu aufschreiben. Denn kommt es zu diesem Thema, bin ich meist auf der Seite der Philosophie verortet und muss mich dann sowohl der Religion, der Spiritualität, als auch der Wissenschaft erwehren. Allerdings nur, so diese drei Perspektiven auf bestimmte Weise vorgetragen werden, denn meine Sicht darauf schließt in gewisser Weise alle vier Perspektiven ein. Dafür sind aber einige Vorannahmen wichtig.</p>
<p>Ich trenne die Institution Religion von deren spiritueller Erfahrung. Die Institutionen sind mir herzlich egal und werden argumentativ behandelt wie jede andere Institution auch, je nach dem in welche Diskurse sie sich einmischen. Will bspw. die katholische Kirche Politik betreiben, kann sie sich ihre spirituelle Seite sonst wohin schmieren, dann werden die Argumente geprüft, wie auch die Argumente aller Parteien zu einem politischen Thema geprüft werden. Da gibt es kein &#8220;benefit of doubt&#8221;. Ebenso verhält es sich mit der Wissenschaft. Auch Wissenschaftler meinen bisweilen Politik betreiben zu müssen. Auch dort sollte man dann nicht eine Autorität vermuten, sondern die Vorschläge ob ihrer politischen Relevanz prüfen. Wissenschaft, zumal deskriptive Naturwissenschaft, muss so einiges an argumentativen Aufwand betreiben, um normative Aussagen tätigen zu können. Hier wird sich sehr häufig über die <a href="http://plato.stanford.edu/entries/moore/#3">Moorsche Formel</a> hinweg gesetzt, die besagt, dass aus Sein kein Sollen folgt. Wird dies dennoch behauptet, dann stellt diese Behauptung einen Kategorienfehler da. Ebenso lehne ich jegliche Form des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Szientismus">Szientismus</a> ab. Wissenschaft muss sich immer als in der Lebenswelt stehend betrachten und darf nicht gegen diese im vollen Sinne gerichtet sein. Damit meine ich nicht die krude Sprache mit der Wissenschaftler, und als solcher betrachte ich mich durchaus auch, daherkommen, sondern die Gläubigkeit an den Status Quo. Wissenschaft arbeitet mit Hypothesen und diese Stellen sich eben nicht immer sofort als falsch heraus. Was heute wissenschaftlicher Consens ist, kann morgen schon überholt sein. Dabei bin ich mir bewusst, dass nach dem von <a href="http://plato.stanford.edu/entries/thomas-kuhn/#3">Kuhn aufgestellten Ablauf der Paradigmenwechsel</a> nie alles über den Haufen geworfen wird und sich als falsch herausstellt. Dennoch sollte man sehr vorsichtig sein aufgrund von deskriptiver Forschung normative Forderungen aufzustellen. Die Welt ist immer noch ungemein komplex, auch wenn Hubble den Weltraum überwacht, der Gencode immer weiter entschlüsselt wird und alternative Energie zumindest in Teilen nicht mehr nur Utopie darstellt.</p>
<p>Zumeist werde ich dennoch auf die Szientistische Position zurückgedrängt, nur weil ich dem Spiritualismus und der Religion nicht den Raum lasse, den diese gerne hätten. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert, auch nicht für Gläubige, und deshalb werden normative Ansprüche eben geprüft. Dabei kommt es immer wieder zu dem einen Problem: dass ich eben nicht an die Autorität von der Bibel, dem Lehrer oder sonst was und -wem glaube, ohne diesen Glauben aber die Argumentation hinten rüber kippt. Ein Zirkel. Ohne die zehn Gebote und die Bergpredigt kein Christentum und kein christlicher Gott. Ohne Reinkarnation keine Forderung der fernöstlichen Religionen, ohne Mohammed kein Islam.</p>
<p>Nun ist es aber die Perspektive des Philosophen eben nicht den Autoritätenbeweis zuzulassen, selbst wenn meinetwegen viele &#8220;Weisheiten&#8221; mit philosophischen Erkenntnissen übereinstimmen. Meist soll ich mir nämlich damit dann auch all das andere Zeug mit einkaufen. Aber die Geltung kann nicht durch sich selbst geltend gemacht werden. Deshalb muss man ja auch glauben. Da man damit nicht durchkommt, wird meist versucht mich selbst in die Glaubensecke zu stellen, eben Glauben an die Wissenschaft. Das ist prinzipiell gar keine schlechte Argumentation, hat aber einen Haken.<span id="more-979"></span></p>
<p>Der Haken an der Behauptung ist die Erfahrung. Gewisse deskriptiv eingeholte Wissensbestände sind erfahrbar durch jeden. Das ist die Grundlage eines Experiments. Jeder sollte zu jeder Zeit und an jedem Ort auch zu diesem oder jenem Ausgang kommen können. Zugegebener Maßen ist dies bei neueren Forschungen im Nanosektor oder in der Genforschung nur bedingt möglich. Aber <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Isaac_Newton#Mechanik">die Sache mit dem Apfel</a> und der Schwerkraft ist da schon einfacher. Daran muss ich nur zu sehr geringen Stücken glauben. Ich muss nur glauben, denn beweisen lässt sich das nicht, dass morgen die Welt genauso ist, wie heute und die Naturgesetze nicht einfach so sich ändern. Das wars. War schon immer so, ist also nicht notwendig anzunehmen, dass es anders sein wird. Mein ganzes Leben haben sie gestimmt und auch das Leben aller Menschen lang haben sie gestimmt.</p>
<p>Mit Ausnahme der Wunder, wird dann häufig eingeworfen. Und das ist gut, weil sich daran der Unterschied deutlich machen lässt. Bei einem Wunder greift Gott oder wer weiß was in die Naturgesetzlichkeit ein und lässt etwas passieren. Sozusagen als <a href="http://de.wiktionary.org/wiki/performativ">performativer</a> Gottesbeweis. Praktisch, einfach, gut. Der Unterschied ist nur die Wiederholbarkeit. Diese Wunder passieren meist irgendwelchen Heiligen. Die dann davon erzählen und entweder sofort verehrt werden oder aber nach ihrem Tod. Soweit so gut. Schön für die Menschen mit solchen Erfahrungen. Aber es gibt keinen Grund für mich, dass in mein Weltbild einzubauen. Denn mir ist diese Erfahrung erst möglich, wird mir gesagt, wenn ich schon glaube und das sogar ne ganze Weile. Wenn mir jemand erzählt, ihm sei ein Apfel auf den Kopf gefallen, dann ist das für mich erfahrbar. Wenn mir jemand erzählt, der Apfel hätte als Zeichen Gottes angefangen zu bluten, dann kann ich das nicht erfahren, denn bisher hat keiner meiner Madonnen, Äpfel oder Kreuze angefangen zu bluten. Das passiert immer nur anderen. Also was habe ich damit zu tun. Warten. Vielleicht kommt da ja noch was. Aber es akut in meine Überlegungen einbeziehen muss ich es nicht. Kann ich, muss ich aber nicht. Das mit dem Apfel nicht einzubeziehen wird sich sehr schnell als Lücke herausstellen, die dich sicher auch keine Wundererfahrungen mehr erfahren lässt.</p>
<p>Man glaubt bei beidem. Aber nicht auf dieselbe Art und Weise. Denn den Glauben, dass Gott oder sonst was Metaphysisches morgen noch da ist, muss der Gläubige ja auch aufbringen, zum Glauben daran, dass die Naturgesetze auch morgen noch gelten. Zudem ist die Erfahrbarkeit eine andere.</p>
<p>Ich will gar nicht abstreiten, dass Menschen Erfahrungen machen, die sie nicht erklären können. Sicher ist ja, dass keine unserer Erfahrungen vollumfassend erklärbar sind, also sprachlich einholbar. Dafür gibt es das Beispiel des Unfalls und der Zeugenbefragung. Jeder wird eine andere Versiond es Unfalls zum besten geben, obwohl alle fast genau dasselbe gesehen, gehört und gerochen haben. Das lässt Lücken. In der Philosophie werden diese Lücken sogar noch entschieden größer, auch wenn sie mit noch so großer Anstrengung zu stopfen versucht werden. In diesen Lücken ist man gefordert. Man muss kreativ mit seinem Leben umgehen und handlungsfähig sein, auch wenn selbst die Philosophie keine vollumfassende Antwort auf die Frage was wir tun sollen, geben kann. Diese kreativen Lücken mögen mit Spirituellem und Religiösen zu füllen sein. Warum nicht.</p>
<p>Aber, und das ist mir wichtig. Diese Lücken sollten nicht dazu dienen, immer breiter zu werden und so tiefe Stollen unter unser Verständnis zu graben. Wenn auf einmal dann von spirituellen Tatsachen oder Fakten gesprochen wird, wenn normative Sätze fallen, die uns sonst keine Probleme bereiten, wenn Politik gemacht werden soll und anderen vorgeschrieben wird, was richtig ist, dann werden die Lücken unserer Sprache, Logik und unseres Verstandes missbraucht. Kant hat seine drei Kritiken geschrieben um gerade die Grenzen des Beweisbaren auszuloten. Nicht um alles andere als nicht existent zu verdammen, sondern um das <a href="http://plato.stanford.edu/entries/wittgenstein/#Lan">Sprachspiel</a> klar zu machen. Wenn man über Religion redet, den Sinn des Lebens oder über Meditation, dann ist das nicht unbedingt sinnlose Rede, aber es ist auch nicht sinnvolle Rede, nur weil diese Rede viele überzeugt.</p>
<p>Sinnlos ist es nicht, weil der Austausch auch über das Unbeschreibbare Halt, Sinn und Konsistenz fördern kann. Aber es darf nicht soweit gegangen werden, auf einmal diese Lücke dann selbst als Wahrheit oder sonst was zu begreifen. Denn dann verlässt man die Lücken wieder und kehrt zurück in das Sprachliche und dort muss dies auch wieder sprachlich geprüft werden.Hier kann die Lücke nicht selbst als Rechtfertigung gelten, denn diese ist gerade das Sprachspiel in dem die Rechtfertigung nicht benötigt wird. Es ist ein Austausch. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.</p>
<p>Musste ich Mal loswerden.</p>
<p>Ich bin mir sicher, dass einige meiner Aussagen erläuterungsbedürftig sind und stehe gerne in den Kommentaren Rede und Antwort. Hätte ich alle Überlegungen ausgeführt, wäre es aber kein Blogbeitrag, sondern ein Buch geworden. Ein paar der weiterführenden Links können auch beim Verständnis helfen, auch wenn sie teilweise zur Wikipedia führen.</p>
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		<title>Was ist Philosophie?</title>
		<link>http://www.onezblog.de/item/2009/12/was-ist-philosophie/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 13:44:12 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Reinhard Brandt]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich verwehre mich meist gegen die Frage, was denn eigentlich Philosophie sei? Zu oft wird einem der Anspruch mit dieser Frage entgegengetragen, als Philosoph müsse man diese Frage klar und deutlich beantworten können und zu oft lassen sich Philosophen dazu verleiten, dies auch zu tun. Bisweilen in Einklang mit dem philosophischen Gebäude, in dem sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-962" title="les-philosophes" src="http://www.onezblog.de/wp-content/uploads/2009/12/les-philosophes.jpg" alt="les-philosophes" width="468" height="221" />Ich verwehre mich meist gegen die Frage, was denn eigentlich Philosophie sei? Zu oft wird einem der Anspruch mit dieser Frage entgegengetragen, als Philosoph müsse man diese Frage klar und deutlich beantworten können und zu oft lassen sich Philosophen dazu verleiten, dies auch zu tun. Bisweilen in Einklang mit dem philosophischen Gebäude, in dem sie sich gedanklich bewegen. Zu oft aber ist die Beantwortung der Frage nur habituell gestützt. Als die erste Wissenschaft, die Eule der Minerva, die die Fehler der Unterwissenschaften ausbügelt (Hegel) oder als Therapie der Wissenschaft (Wittgenstein). Fast alle Antworten haben eines gemeinsam: sie drücken eine Vorrangigkeit aus, erheben den Philosophen in eine geistige Höhe, die nur durch Philosophie zu erreichen ist und kreieren so moderne Denkhelden. Aber damit einhergehend wird die Philosophie auch als ein feststehendes konstituiert. Beim Lesen heute morgen habe ich eine weitere Antwortmöglichkeit gefunden, die mir entschieden besser gefällt. Ich zitiere:</p>
<blockquote><p>Durch alle Poren unserer Kultur dringt die Reflexion und das kritische Begreifen, ob Staat und Ökonomie und Gesellschaft, ob Alltags- und Formalsprache, ob Malerei, Epos, Lyrik, Filmkunst und Architektur, Urbanistik: in allem nisten immer schon menschliche Selbstreflexion und philosophisch-kritische Erkenntnis. Wer überhaupt etwas von all dem begriefen will, ist zum Nach- und Mitphilosophieren gezwungen; so führen am Ende alle Wege zur Philosophie.</p>
<p><em>Brandt, Reinhard: Philosophie &#8211; Eine Einführung. Stuttgart 2003.</em></p></blockquote>
<p>Nimmt man Mal den letzten Satz weg, der erst mit weiterer Lektüre ersichtlich wird und auf den ich im Folgenden noch zurückkommen werde, dann reift die Erkenntnis, dass Philosophie nicht ein anderes ist, nichts gegen etwas anderes stehendes ist, sondern mit allem Menschlichen Tun verknüpft ist. Damit wird der Mythos zerstört, der Philosophie als Liebe zur Weisheit, was die wörtliche Übersetzung ist, die immer noch gerne zitiert und verwendet wird. Philosophie ist dann nicht mehr eine bestimmte Grundhaltung oder die außerordentliche Beschäftigung mit einem bestimmten Gebiet, dem Denken oder der Weisheit, sondern Grundlage menschlichen Tuns und menschliches Tun in einem.</p>
<p>Das bedeutet nicht, dass damit dnan alles gleich philosophisch ist oder dem besten Argument seine Geltung abhanden kommt, denn eine Einschränkung ist ja auch in aller Weite der oben zitierten Sichtweise auf die Frage gegeben. Ein kritisches Begreifen, eine Reflexion, um zu verstehen, was getan wird, wurde und werden soll führt zur Philosophie. Dass diese dann professionalisiert wird und meinetwegen auch in oben genannte Beschreibungen der Therapie für die Wissenschaften, der Eule der Minerva oder der bestimmten Weisheitsliebe führt, ist in der Beschreibung von Brandt angelegt. Deshalb führen alle Wege zur Philosophie. Philosophie dann als eine Tätigkeit. Aber eien, die nicht vergessen soll, das sie Ziel eines Weges ist, der ihr überhaupt den Weg weisen kann.</p>
<p>Der Unterschied ist aber die Hinführung und die Unterscheidung der Philosophie in den Weg zu ihr, der selbst schon ihre Grundlage und somit auch ihr Selbstverständnis ausdrückt und der professionellen und intensiven Beschäftigung mit ihr. Was aber istd amit gewonnen, außer einer weiteren Spitzfindigkeit, die dem Alltag so gleichgültig gegenübersteht, wie es der Philosophie immer wieder kritisch angetragen wird?</p>
<p>Nun, die Perspektive ist nicht mehr so eingeschränkt. Die moderne professionelle Philosophie krank bisweilen daran, ihren Beginn darin zu nehmen zunächst radikal die Perspektive einzuschränken, um die Konfliktsituation auf bestimmte Argumentsklassen zu verlegen, sodass einem nicht gleich das ganze Gebäude um die Ohren fliegt. Das hat Tradition und Descartes darf wohl als Leuchtturm dieser Weise zu Philosophieren genannt werden. Seinen methodischen Skeptizismus ist die Philosophie nicht mehr losgeworden.</p>
<p>Versteht mich nicht falsch, ich will keinesfalls diesen Weg diskreditieren, aber den Anspruch an den Anfang zu setzen, nur mit einem Problem Beginnen zu dürfen mit der Philosophie, will ich ebenso zurückweisen. Wie viele Philosophen sind erst spät zu einer Überzeugung gelangt, was denn Philosophie eigentlich sei? Wie viele Philosophen sind zunächst ganz anderen Fragen nachgegangen, als den spezifisch Philosophischen?</p>
<p>Studiert man Philosophie muss alles auf die Fragen der Theoretischen und Praktischen Philosophie bezogen sein. Man muss schon vorher wissen, wohin man will. Mir ist es dabei egal ob meine mit Unwissenheit gespickte Analyse richtig ist, dass den meisten Philosophen wohl erst sehr spät bis gar nicht auffällt, wohin ihr Werk laufen wird. Hätte sich Heidegger träumen lassen zur Ikone der französischen Postmoderne aufzusteigen? Hätte Hegel wohl damit gerechnet zwischen Links- und Rechtshegelianern zerrieben zu werden, immer in Bezug auf Fragen, die vielleicht so gar nicht seine gewesen sind?</p>
<p>Was ich sagen will ist einfach. Philosophie darf ziellos sein und das bedeutet nicht faul oder unkonzentriert. Natürlich ist man Rechenschaft schuldig und einen Abschluss gibts auch nicht für die Aussage, dass man eben ein anderes Philosophieverständnis hat. Eingliederung in bestehende Probleme darf aber auch nicht so starr sein, dass die Philosophie unter dieser Eingliederung zerbricht. Positiver Anspruch kann nicht einhergehen mit Vergessenheit gegenüber der eigenen Selbstverständlichkeit.</p>
<p>Philosophie hat immer vom Neuen gelebt. Das vermisse ich in unseren Tagen ein wenig. Auf mehr wollte ich auch gar nicht hinaus.</p>
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		<title>Unbehagen am Skandal</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 12:52:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[luhmann]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Niklas Luhmann drückt im folgenden Zitat genau mein Unbehagen gegenüber politischen Skandalen aus, dieich selbst so genau nicht hätte beschreiben können: [Die Form des Skandals] zielt auf Individuen und bestätigt damit die ohnehin verbreitete Überschätzung der Bedeutung einzelner personen für das politische System. Vor allem aber sind zahlreiche, wirklich skandalöse Eigenarten der Informationsverarbeitung im politischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Niklas Luhmann drückt im folgenden Zitat genau mein Unbehagen gegenüber politischen Skandalen aus, dieich selbst so genau nicht hätte beschreiben können:</p>
<blockquote><p>[Die Form des Skandals] zielt auf Individuen und bestätigt damit die ohnehin verbreitete Überschätzung der Bedeutung einzelner personen für das politische System. Vor allem aber sind zahlreiche, wirklich skandalöse Eigenarten der Informationsverarbeitung im politischen System gar nicht skandalfähig. Sie werden zwar als Skandale bezeichnet, können aber nicht moralische Entrüstung, sondern bestenfalls Resignation und Apathie erzeugen. Zu denken ist vor allem an die Häufung von erheblichen finanziellen fehlplanungen, die ohne Unterstellung von verschleierungsabsichten kaum verständlich sind, sowie an ebenso gravierende ökologische Unaufmerksamkeiten in bereits hochsensibilisierten Zusammenhängen. Man kann angesichts solcher Tatbestände Systemkritik treiben oder Führungspersonal <em>zur verantwortung ziehen</em>, kaum aber in den apparat selbst eingreifen. Von außen gewinnt man den Eindruck, daß die Verwaltungsbürokratie des Staates wie ein soziales Netzwerk konstruiert ist, dessen hauptziel darin besteht, sicherzustellen, daß nichts passiert, wenn etwas passiert.</p>
<p>Luhman, Niklas: Die Moral der Gesellschaft. stw 1871. S. 173.</p></blockquote>
<p>Wenn Luhmann hier die Verwaltungsbürokratie als Ursache ausmacht, dann geht er mir noch nicht weit genug. Medien, Intellektuelle, der Stammtisch und das digitale Rauschen sehen auch immer nur zwei Möglichkeiten: entweder istd as System schlecht, schuld und überhaupt der böse Kapitalismus, oder aber die Person, die gerade der Behörde vorsteht ist der Teufel. Das ist natürlich überspitzt, denn man kann kaum so vielen sich Äußernden nur diese zwei Möglichkeiten unterstellen. gerade durch hinzunahme von blogs und überhaupt digitalen Medien scheint mir die Meinungsvielfalt weiter zu gehen. Aber dennoch wird kaum bewogen, was dnen am Apparat zu ändern wäre, was sich wie ändern lassen könnte. Person oder System müssen Schuld sein, als dritte Möglichkeit vielleicht beide. Bei jedem &#8220;Skandal&#8221; dasselbe Geschrei. Konstruktive Kritik sieht anders aus. Und dabei darf der Fokus nicht allein auf die Verhinderung dieses Problems in der Zukunft gelegt werden, sondern es muss gefragt werden, was dazu geführt hat, dass dieses etwas passiert ist und welche Struktur dies befördert hat. Denn gerade bei Behörden ist es wohl selten das Handeln einer einzelnen Person. Nur so lassen sich Varianten dieses Skandals in der Zukunft verhindern.</p>
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		<title>Christian Wolff Vorlesung 2009</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 15:30:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wolff]]></category>
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		<category><![CDATA[studium]]></category>

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		<description><![CDATA[Für alle, die in Marburg oder erreichbarer Umgebung wohnen, habe ich einen interessanten Veranstaltungstipp am Donnerstag. Um 20 Uhr wird in der Aula der alten Universität Marburg die Christian Wolff Vorlesung stattfinden und diese ist jedes Jahr ein Ereignis. Am Donnerstag wird Herta Nagl-Docekal aus Wien zu dem Titel &#8220;Religiöse Vielfalt im modernen Rechtsstaat. Ungeklärte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-904" title="christian-wolff" src="http://www.onezblog.de/wp-content/uploads/2009/10/christian-wolff.jpg" alt="christian-wolff" width="196" height="253" />Für alle, die in Marburg oder erreichbarer Umgebung wohnen, habe ich einen interessanten Veranstaltungstipp am Donnerstag. Um 20 Uhr wird in der Aula der alten Universität Marburg die Christian Wolff Vorlesung stattfinden und diese ist jedes Jahr ein Ereignis. Am Donnerstag wird Herta Nagl-Docekal aus Wien zu dem Titel &#8220;Religiöse Vielfalt im modernen Rechtsstaat. Ungeklärte Fragen in einer philosophischen Diskussion der Gegenwart&#8221; ihren Vortrag halten und gemeinhin sind diese öffentlichen Vorlesungen in diesem Rahmen auch für ein breites Publikum verständlich. Das macht es für mich als Philosophiestudenten zwar etwas langweiliger, aber es geht bei solchen Ereignissen ja uch um anderes, als das sture Lernen. Also kommt vorbei, wenn ihr Zeit und Lust habt. Nach der Vorlesung gibt es auch noch einen Sektempfang, den ich sicher auch nicht verpassen werde. Weitere Informationen zur Vorlesung mit einigen Videos der früheren Jahre findet ihr aufd er Siete des Instituts für Philosophie, die ich betreue: <a href="http://www.uni-marburg.de/fb03/philosophie/institut/c_wolff_vl">Christian Wolff Vorlesung</a>. Wer sich noch vorher schnell informieren will, wer Christian Wolff eigentlich war und warum diesem zu Ehren noch jetzt fast vierhundert Jahre später eine Vorlesung gehalten wird, der schaut am besten in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_von_Wolff">Wikipedia</a> nach. Für einen guten Überblick reicht das.</p>
<p>Bild von Bonio unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de">Creative Commons Lizenz</a></p>
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		<title>Geschriebenes</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 09:48:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu Schreiben ist die Verwirklichung eines immer dreifach Konkreten. Es ist das Selbst, das Andere und die innere Selbsständigkeit des Textes.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Schreiben ist die Verwirklichung eines immer dreifach Konkreten. Es ist das Selbst, das Andere und die innere Selbsständigkeit des Textes.</p>
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		<title>Wissenschaftliches Englisch</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jan 2009 17:47:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<category><![CDATA[Uni]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich dachte wirklich, ich verstünde gut Englisch. Aber durch mein Seminar &#8220;Kritische Philosophie der Neurowissenschaften&#8221; bin ich gezungen mich hauptsächlich mit aktuellen englischen Texten auseinanderzusetzen, die zudem noch ein mir eher unbekanntes Feld bearbeiten, sowohl die philosophische Perspektive, als auch die der Neurowissenschaften. Mein hier hervortretendes Englisch als rudimentär zu bezeichnen ist schon fast zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich dachte wirklich, ich verstünde gut Englisch. Aber durch mein Seminar &#8220;Kritische Philosophie der Neurowissenschaften&#8221; bin ich gezungen mich hauptsächlich mit aktuellen englischen Texten auseinanderzusetzen, die zudem noch ein mir eher unbekanntes Feld bearbeiten, sowohl die philosophische Perspektive, als auch die der Neurowissenschaften. Mein hier hervortretendes Englisch als rudimentär zu bezeichnen ist schon fast zu hoch gegriffen.</p>
<p>Ich könnte ausrasten!</p>
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