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	<title>Onezblog &#187; kant</title>
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	<description>Schreiben um des Schreibens Willen</description>
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		<title>Philosophie und Religion</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 00:14:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-980" title="halbgott" src="http://www.onezblog.de/wp-content/uploads/2010/01/halbgott.jpg" alt="halbgott" width="468" height="208" />Da ich gerade wieder einmal ein Streitgespr&#228;ch mit meinem Mitbewohner &#252;ber die Differenz zwischen der Religion bzw. Spiritualit&#228;t und der Wissenschaft bzw. der Philosophie hatte und dieser Streit ja ein ein immer w&#228;hrender ist, will ich gerne ein paar Gedanken dazu aufschreiben. Denn kommt es zu diesem Thema, bin ich meist auf der Seite der Philosophie verortet und muss mich dann sowohl der Religion, der Spiritualit&#228;t, als auch der Wissenschaft erwehren. Allerdings nur, so diese drei Perspektiven auf bestimmte Weise vorgetragen werden, denn meine Sicht darauf schlie&#223;t in gewisser Weise alle vier Perspektiven ein. Daf&#252;r sind aber einige Vorannahmen wichtig.</p>
<p>Ich trenne die Institution Religion von deren spiritueller Erfahrung. Die Institutionen sind mir herzlich egal und werden argumentativ behandelt wie jede andere Institution auch, je nach dem in welche Diskurse sie sich einmischen. Will bspw. die katholische Kirche Politik betreiben, kann sie sich ihre spirituelle Seite sonst wohin schmieren, dann werden die Argumente gepr&#252;ft, wie auch die Argumente aller Parteien zu einem politischen Thema gepr&#252;ft werden. Da gibt es kein &#8220;benefit of doubt&#8221;. Ebenso verh&#228;lt es sich mit der Wissenschaft. Auch Wissenschaftler meinen bisweilen Politik betreiben zu m&#252;ssen. Auch dort sollte man dann nicht eine Autorit&#228;t vermuten, sondern die Vorschl&#228;ge ob ihrer politischen Relevanz pr&#252;fen. Wissenschaft, zumal deskriptive Naturwissenschaft, muss so einiges an argumentativen Aufwand betreiben, um normative Aussagen t&#228;tigen zu k&#246;nnen. Hier wird sich sehr h&#228;ufig &#252;ber die <a href="http://plato.stanford.edu/entries/moore/#3">Moorsche Formel</a> hinweg gesetzt, die besagt, dass aus Sein kein Sollen folgt. Wird dies dennoch behauptet, dann stellt diese Behauptung einen Kategorienfehler da. Ebenso lehne ich jegliche Form des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Szientismus">Szientismus</a> ab. Wissenschaft muss sich immer als in der Lebenswelt stehend betrachten und darf nicht gegen diese im vollen Sinne gerichtet sein. Damit meine ich nicht die krude Sprache mit der Wissenschaftler, und als solcher betrachte ich mich durchaus auch, daherkommen, sondern die Gl&#228;ubigkeit an den Status Quo. Wissenschaft arbeitet mit Hypothesen und diese Stellen sich eben nicht immer sofort als falsch heraus. Was heute wissenschaftlicher Consens ist, kann morgen schon &#252;berholt sein. Dabei bin ich mir bewusst, dass nach dem von <a href="http://plato.stanford.edu/entries/thomas-kuhn/#3">Kuhn aufgestellten Ablauf der Paradigmenwechsel</a> nie alles &#252;ber den Haufen geworfen wird und sich als falsch herausstellt. Dennoch sollte man sehr vorsichtig sein aufgrund von deskriptiver Forschung normative Forderungen aufzustellen. Die Welt ist immer noch ungemein komplex, auch wenn Hubble den Weltraum &#252;berwacht, der Gencode immer weiter entschl&#252;sselt wird und alternative Energie zumindest in Teilen nicht mehr nur Utopie darstellt.</p>
<p>Zumeist werde ich dennoch auf die Szientistische Position zur&#252;ckgedr&#228;ngt, nur weil ich dem Spiritualismus und der Religion nicht den Raum lasse, den diese gerne h&#228;tten. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert, auch nicht f&#252;r Gl&#228;ubige, und deshalb werden normative Anspr&#252;che eben gepr&#252;ft. Dabei kommt es immer wieder zu dem einen Problem: dass ich eben nicht an die Autorit&#228;t von der Bibel, dem Lehrer oder sonst was und -wem glaube, ohne diesen Glauben aber die Argumentation hinten r&#252;ber kippt. Ein Zirkel. Ohne die zehn Gebote und die Bergpredigt kein Christentum und kein christlicher Gott. Ohne Reinkarnation keine Forderung der fern&#246;stlichen Religionen, ohne Mohammed kein Islam.</p>
<p>Nun ist es aber die Perspektive des Philosophen eben nicht den Autorit&#228;tenbeweis zuzulassen, selbst wenn meinetwegen viele &#8220;Weisheiten&#8221; mit philosophischen Erkenntnissen &#252;bereinstimmen. Meist soll ich mir n&#228;mlich damit dann auch all das andere Zeug mit einkaufen. Aber die Geltung kann nicht durch sich selbst geltend gemacht werden. Deshalb muss man ja auch glauben. Da man damit nicht durchkommt, wird meist versucht mich selbst in die Glaubensecke zu stellen, eben Glauben an die Wissenschaft. Das ist prinzipiell gar keine schlechte Argumentation, hat aber einen Haken.<span id="more-979"></span></p>
<p>Der Haken an der Behauptung ist die Erfahrung. Gewisse deskriptiv eingeholte Wissensbest&#228;nde sind erfahrbar durch jeden. Das ist die Grundlage eines Experiments. Jeder sollte zu jeder Zeit und an jedem Ort auch zu diesem oder jenem Ausgang kommen k&#246;nnen. Zugegebener Ma&#223;en ist dies bei neueren Forschungen im Nanosektor oder in der Genforschung nur bedingt m&#246;glich. Aber <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Isaac_Newton#Mechanik">die Sache mit dem Apfel</a> und der Schwerkraft ist da schon einfacher. Daran muss ich nur zu sehr geringen St&#252;cken glauben. Ich muss nur glauben, denn beweisen l&#228;sst sich das nicht, dass morgen die Welt genauso ist, wie heute und die Naturgesetze nicht einfach so sich &#228;ndern. Das wars. War schon immer so, ist also nicht notwendig anzunehmen, dass es anders sein wird. Mein ganzes Leben haben sie gestimmt und auch das Leben aller Menschen lang haben sie gestimmt.</p>
<p>Mit Ausnahme der Wunder, wird dann h&#228;ufig eingeworfen. Und das ist gut, weil sich daran der Unterschied deutlich machen l&#228;sst. Bei einem Wunder greift Gott oder wer wei&#223; was in die Naturgesetzlichkeit ein und l&#228;sst etwas passieren. Sozusagen als <a href="http://de.wiktionary.org/wiki/performativ">performativer</a> Gottesbeweis. Praktisch, einfach, gut. Der Unterschied ist nur die Wiederholbarkeit. Diese Wunder passieren meist irgendwelchen Heiligen. Die dann davon erz&#228;hlen und entweder sofort verehrt werden oder aber nach ihrem Tod. Soweit so gut. Sch&#246;n f&#252;r die Menschen mit solchen Erfahrungen. Aber es gibt keinen Grund f&#252;r mich, dass in mein Weltbild einzubauen. Denn mir ist diese Erfahrung erst m&#246;glich, wird mir gesagt, wenn ich schon glaube und das sogar ne ganze Weile. Wenn mir jemand erz&#228;hlt, ihm sei ein Apfel auf den Kopf gefallen, dann ist das f&#252;r mich erfahrbar. Wenn mir jemand erz&#228;hlt, der Apfel h&#228;tte als Zeichen Gottes angefangen zu bluten, dann kann ich das nicht erfahren, denn bisher hat keiner meiner Madonnen, &#196;pfel oder Kreuze angefangen zu bluten. Das passiert immer nur anderen. Also was habe ich damit zu tun. Warten. Vielleicht kommt da ja noch was. Aber es akut in meine &#220;berlegungen einbeziehen muss ich es nicht. Kann ich, muss ich aber nicht. Das mit dem Apfel nicht einzubeziehen wird sich sehr schnell als L&#252;cke herausstellen, die dich sicher auch keine Wundererfahrungen mehr erfahren l&#228;sst.</p>
<p>Man glaubt bei beidem. Aber nicht auf dieselbe Art und Weise. Denn den Glauben, dass Gott oder sonst was Metaphysisches morgen noch da ist, muss der Gl&#228;ubige ja auch aufbringen, zum Glauben daran, dass die Naturgesetze auch morgen noch gelten. Zudem ist die Erfahrbarkeit eine andere.</p>
<p>Ich will gar nicht abstreiten, dass Menschen Erfahrungen machen, die sie nicht erkl&#228;ren k&#246;nnen. Sicher ist ja, dass keine unserer Erfahrungen vollumfassend erkl&#228;rbar sind, also sprachlich einholbar. Daf&#252;r gibt es das Beispiel des Unfalls und der Zeugenbefragung. Jeder wird eine andere Versiond es Unfalls zum besten geben, obwohl alle fast genau dasselbe gesehen, geh&#246;rt und gerochen haben. Das l&#228;sst L&#252;cken. In der Philosophie werden diese L&#252;cken sogar noch entschieden gr&#246;&#223;er, auch wenn sie mit noch so gro&#223;er Anstrengung zu stopfen versucht werden. In diesen L&#252;cken ist man gefordert. Man muss kreativ mit seinem Leben umgehen und handlungsf&#228;hig sein, auch wenn selbst die Philosophie keine vollumfassende Antwort auf die Frage was wir tun sollen, geben kann. Diese kreativen L&#252;cken m&#246;gen mit Spirituellem und Religi&#246;sen zu f&#252;llen sein. Warum nicht.</p>
<p>Aber, und das ist mir wichtig. Diese L&#252;cken sollten nicht dazu dienen, immer breiter zu werden und so tiefe Stollen unter unser Verst&#228;ndnis zu graben. Wenn auf einmal dann von spirituellen Tatsachen oder Fakten gesprochen wird, wenn normative S&#228;tze fallen, die uns sonst keine Probleme bereiten, wenn Politik gemacht werden soll und anderen vorgeschrieben wird, was richtig ist, dann werden die L&#252;cken unserer Sprache, Logik und unseres Verstandes missbraucht. Kant hat seine drei Kritiken geschrieben um gerade die Grenzen des Beweisbaren auszuloten. Nicht um alles andere als nicht existent zu verdammen, sondern um das <a href="http://plato.stanford.edu/entries/wittgenstein/#Lan">Sprachspiel</a> klar zu machen. Wenn man &#252;ber Religion redet, den Sinn des Lebens oder &#252;ber Meditation, dann ist das nicht unbedingt sinnlose Rede, aber es ist auch nicht sinnvolle Rede, nur weil diese Rede viele &#252;berzeugt.</p>
<p>Sinnlos ist es nicht, weil der Austausch auch &#252;ber das Unbeschreibbare Halt, Sinn und Konsistenz f&#246;rdern kann. Aber es darf nicht soweit gegangen werden, auf einmal diese L&#252;cke dann selbst als Wahrheit oder sonst was zu begreifen. Denn dann verl&#228;sst man die L&#252;cken wieder und kehrt zur&#252;ck in das Sprachliche und dort muss dies auch wieder sprachlich gepr&#252;ft werden.Hier kann die L&#252;cke nicht selbst als Rechtfertigung gelten, denn diese ist gerade das Sprachspiel in dem die Rechtfertigung nicht ben&#246;tigt wird. Es ist ein Austausch. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.</p>
<p>Musste ich Mal loswerden.</p>
<p>Ich bin mir sicher, dass einige meiner Aussagen erl&#228;uterungsbed&#252;rftig sind und stehe gerne in den Kommentaren Rede und Antwort. H&#228;tte ich alle &#220;berlegungen ausgef&#252;hrt, w&#228;re es aber kein Blogbeitrag, sondern ein Buch geworden. Ein paar der weiterf&#252;hrenden Links k&#246;nnen auch beim Verst&#228;ndnis helfen, auch wenn sie teilweise zur Wikipedia f&#252;hren.</p>
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		<title>Kants kategorischer Imperativ</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Nov 2008 11:30:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich wollte auf diese gro&#223;artige Sendung schon immer Mal aufmerksam machen, habe es aber immer wieder vergessen und mache es deshalb jetzt, wo ich gerade dran gedacht habe. Es gibt vom Bayerischen Rundfunk eine schon etwas &#228;ltere Sendung &#8220;Kant f&#252;r Anf&#228;nger&#8221; in der der kategorische Imperativ aufbereitet und beispielhaft erkl&#228;rt wird. Sicher keine hohe Philosophie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wollte auf diese gro&#223;artige Sendung schon immer Mal aufmerksam machen, habe es aber immer wieder vergessen und mache es deshalb jetzt, wo ich gerade dran gedacht habe. Es gibt vom Bayerischen Rundfunk eine schon etwas &#228;ltere Sendung &#8220;Kant f&#252;r Anf&#228;nger&#8221; in der der <a href="http://www.onezblog.de/item/2007/09/die-goldenen-regel-und-der-kategorische-imperativ/">kategorische Imperativ</a> aufbereitet und beispielhaft erkl&#228;rt wird. Sicher keine hohe Philosophie aber ein wirklich gelungener kleiner Film in vier Teilen, der in Kants prktische Philosophie einf&#252;hrt. Schaut euch das bei Gelegenheit mal an.</p>
<ul>
<li><strong>Folge 1:</strong> <a href="http://www.br-online.de/br-alpha/kant-fuer-anfaenger/ID661188595400.xml">Ethik und Pflicht</a></li>
<li><strong>Folge 2:</strong> <a href="http://www.br-online.de/br-alpha/kant-fuer-anfaenger/ID661188595402.xml">Legalit&#228;t und Moralit&#228;t</a></li>
<li><strong>Folge 3:</strong> <a href="http://www.br-online.de/br-alpha/kant-fuer-anfaenger/ID661188595405.xml">Hypothetisch oder kategorisch</a></li>
<li><strong>Folge 4:</strong> <a href="http://www.br-online.de/br-alpha/kant-fuer-anfaenger/ID661188595407.xml">Maximen auf dem Pr&#252;fstand</a></li>
<li><strong>Folge 5:</strong> <a href="http://www.br-online.de/br-alpha/kant-fuer-anfaenger/ID661188595409.xml">Freiheit und Sittlichkeit</a></li>
</ul>
<p>Sch&#246;n daran ist auch, dass man nicht einfach ins kalte Wasser geschmissen wird, sondern auf den hier verlinkten Seitenimmer eine Einf&#252;hrung in den jeweiligen Teil stattfindet. Ein film, der sich meiner Meinung nach auch sehr gut f&#252;r den Philosophie- oder Ethikuntericht eignet. Viel Spa&#223; damit!</p>
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		<title>Der kategorische Imperativ und die Goldenen Regel</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Sep 2007 11:35:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Farlion hat in seinem neusten Beitrag ein Appell f&#252;r eine sekul&#228;re Gesellschaft geschrieben und so sehr ich ihm auch zustimme, wenn ich auch die Analyse der Ursachen und Gr&#252;nde ganz anders ansetzen w&#252;rde, widerspreche ich ihm mit seiner Schlussfolgerung vehement. Dadurch, dass religi&#246;se Gr&#252;nde immer wieder zu Angriffen auf unschuldiges Leben f&#252;hren, schlie&#223;t er, Religion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Farlion hat in seinem neusten Beitrag ein <a href="http://www.farliblog.de/archives/852-Polit-Serie-Von-Goettern-und-Ganoven.html">Appell f&#252;r eine sekul&#228;re Gesellschaft</a> geschrieben und so sehr ich ihm auch zustimme, wenn ich auch die Analyse der Ursachen und Gr&#252;nde ganz anders ansetzen w&#252;rde, widerspreche ich ihm mit seiner Schlussfolgerung vehement. Dadurch, dass religi&#246;se Gr&#252;nde immer wieder zu Angriffen auf unschuldiges Leben f&#252;hren, schlie&#223;t er, Religion aus dem &#246;ffentlichen Leben zu entfernen. Keine Kopft&#252;cher, keine Kreuze, keine Schwesterntrachten, keine M&#246;nchskutten in Schulen und anderen &#246;ffentlichen Einrichtungen. Soweit folge ich, aber er m&#246;chte dies ersetzen durch den Spruch &#8220;Was Du nicht willst, was man Dir tut, das f&#252;g&#8217; auch keinem and&#8217;ren zu&#8221;, den er gerne gerne an den W&#228;nden &#246;ffentlicher Geb&#228;ude lesen w&#252;rde.</p>
<p>Doch dem kann ich nicht zustimmen und auch wenn es einer Spitzfindigkeit nahe kommt, will ich kurz erl&#228;utern, warum.</p>
<p>Dieser Satz macht gleich, wo nicht gleichzumachen ist. So kann ich nat&#252;rlich anderen Menschen etwas zuf&#252;gen, was mir selbst nicht zugef&#252;gt werden soll, denn dieser Imperativ soll sich wohl auf alle Handlungen beziehen, so negativ auch zuf&#252;gen klingen mag. Aber wir Menschen sind nicht alle gleich, das kann sich schon in ganz allt&#228;glichen Beriechen zeigen lassen. Wenn ich meiner Freundin Brokkoli koche, dann f&#252;ge ich ihr etwas zu, was ich nicht will, dass man es mir zuf&#252;gt. Sicherlich die Motivation ist entscheiden und da m&#246;chte ich ja auch, dass mir etwas gutes zugef&#252;gt wird, wie es meine Motivation ist, dem anderen etwas gutes, Brokkoli, zuzuf&#252;gen. Aber da ist der springende Punkt und spielt den Fanatikern geradezu in die H&#228;nde. Nicht ohne Grund ist diese Form der Goldenen Regel christlich entstanden.</p>
<p>Entweder legt man sie so aus, dass man Menschen nur das zuf&#252;gen soll, was man selbst zugef&#252;gt bekommen m&#246;chte, dann ist sie Schwachsinn, weil nicht alle Menschen gleich behandelt werden wollen und k&#246;nnen. Oder aber man versteh es als Motivations&#252;berpr&#252;fung. Dann wird die Regel gef&#228;hrlich. Denn genau so wird religi&#246;s argumentiert.</p>
<p>Wir m&#252;ssen euch von der S&#252;nde befreien, wir wollen euch doch nur Gutes. Unsere Motivation ist eine gute, denn wir folgen dem Willen Gottes. Mord, Folter, Krieg und Okkupation wird so gerechtfertigt. Diese Rechtfertigungsschiene ist genau die Goldene Regel. Im Namen des Guten m&#252;ssen wir euch etwas schlechtes antun, denn es ist f&#252;r etwas Gutes. Ihr m&#252;sstet es auch mit uns so machen, wenn wir etwas schlechtes tun w&#252;rden, denn das ist Gottes Wille. Man will also wirklich, dass einem das zugef&#252;gt wird, was man den anderen zuf&#252;gt. Man ist sich eben nur sicher, dass man selbst dem Willen Gottes folgt und die anderen nicht.</p>
<p>Die Regel ist nicht zu gebrauchen. &#8220;Was Du nicht willst, was man Dir tut, das f&#252;g&#8217; auch keinem and&#8217;ren zu&#8221; ist gef&#228;hrlich, da sie eigentlich nichts regelt und so scheinbar jegliche Argumentation rechtfertigt.</p>
<p>Sie wird zudem oftmals mit dem kategorischen Imperativ Kants verwechselt, aber diese beiden Imperative haben nichts, ich wiederhole nichts miteinander zu tun. <strong>Kants kategorischer Imperativ</strong> wurde in vielen verschiedenen Versionen von ihm aufgestellt um die Grundlage deutlich zu machen. Bei einigen Formulierungen ist die &#196;hnlichkeit ohne den Kontext, in dem sie stehen, wirklich hoch, so bei diesem:</p>
<blockquote><p>&#8220;Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.&#8221;</p></blockquote>
<p>Es scheint, als wollten dieser kategorische Imperativ und die Goldene Regel das  Selbe, doch wenn man noch eine weitere Formulierung Kants hinzuzieht, wird klarer, dass dem nicht so ist:</p>
<blockquote><p>&#8220;Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals blo&#223; als Mittel brauchst.&#8221;</p></blockquote>
<div class="leftbox"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=onezblog-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3518093274&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></div>
<p>Kant nimmt eine Unterscheidung von Wille und Motivation zu einer Handlung vor, die die Goldene Regel nicht macht, die aber entscheidend ist. Ein Kriterium ist unter anderen, das der zweiten Formulierung, dass Menschen nicht blo&#223; als Mittel, sondern immer auch als Zweck zu sehen und behandeln sind. Damit fallen die fundamentalistischen Argumentation raus, denn dort sind die Opfer immer nur Mittel zu einem h&#246;heren Zweck. Unzul&#228;ssig. Wenn der Mensch nicht zugleich Zweck ist, kann der Wille nicht auf eine gute Art und Weise wollen. Wenn er aber nicht auf eine gute Art und Weise will, kann er nicht als allgemeines Gesetz gewollt werden. Obwohl ich auch mit schlechtem Willen wollen k&#246;nnte, dass es mir andere zuf&#252;gen. Das aber kann nicht allgemeines Gesetz werden, es wird sich logisch widersprechen.</p>
<p>Die Goldene Regel ist Unfug, gef&#228;hrlich und sollte so schnell es geht verschwinden aus unseren K&#246;pfen. Sie richtet Unheil an und gibt Menschen Argumentationspotential, die nicht argumentieren wollen, sondern ihren Willen durchsetzen, auch wenn sie meinetwegen glauben m&#246;gen, dieser Wille sei von dem Dude da oben. Demhingegen kann auch nicht vom <em>kategorischen Imperativ</em> als Allheilmittel ausgegangen werden, aber er hilft uns die Struktur der goldenen Regel zu widerlegen.</p>
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		<title>Die Mathematik ist analytisch</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2007 09:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Seminar &#8220;Positivismusstreit&#8221; bei Soboleva ist eine hei&#223;e Diskussion entbrannt ob 4+5=9 ein synthetisches oder ein analytisches Urteil ist.-Analytische Urteile sind solche, die nichts neues hervorbringen, ohne empirische Erkenntnisse wahr sind und dessen Pr&#228;dikat schon im Subjekt vorhanden ist.-Ein synthetisches Urteil ist ein erkenntniserweiternder Satz. Bei Kant gibt es noch eine Unterscheidung, aber auf die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Seminar &#8220;Positivismusstreit&#8221; bei Soboleva ist eine hei&#223;e Diskussion entbrannt ob 4+5=9 ein synthetisches oder ein analytisches Urteil ist.-Analytische Urteile sind solche, die nichts neues hervorbringen, ohne empirische Erkenntnisse wahr sind und dessen Pr&#228;dikat schon im Subjekt vorhanden ist.-Ein synthetisches Urteil ist ein erkenntniserweiternder Satz. Bei Kant gibt es noch eine Unterscheidung, aber auf die gehe ich in einem anderen Artikel ein.Der Satz 4+5=9, oder als Satz geschrieben, vier plus f&#252;nf ist gleich neun, ist ein analytischer Satz, da in der Neun die Vier und die F&#252;nf schon drinstecken. Diese gleichung ist nur ein anderer Ausdruck f&#252;r das mathematische Axiom &#8220;Jede Zahl hat einen Nachfolger&#8221;.Wenn n&#228;mlich jede Zahl einen nachfolger hat, dann muss auch vier und f&#252;nf neun ergeben und ist somit kein erkenntniserweiternder Satz. Wenn man verstanden hat, was eine Zahl ist, bzw. was die Neun bedeutet, dann erschlie&#223;t sich der Satz daraus und ist eben analytisch.</p>
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		<title>Was ist Metaphysik?</title>
		<link>http://www.onezblog.de/was-ist-metaphysik/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Feb 2007 21:35:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>raphael</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<h3>Ein kleiner Einblick mit besonderem Augenmerk auf Kants Vorrede zur “Kritik der reinen Vernunft” (2. Auflage)</h3>
<p>Entstanden aus einer Gruppenarbeit zum Seminar “Einf&#252;hrung in die Philosophie”. Ich danke besonders Michael und Eneia, die den Gro&#223;teil dieses Textes geschrieben haben und mir erlauben auch die nicht von mir geschriebenen Teile zu ver&#246;ffentlichen. Danke.</p>
<p>Immanuel Kants Wirken stellt einen wichtigen Punkt in der Entwicklung der Metaphysik dar. Da sich jedoch in den Auffassungen dieser philosophischen Disziplin im Laufe ihrer Geschichte ein starker Wandel vollzogen hat, w&#252;rde die einseitige Fixierung auf einen Autor zwangsl&#228;ufig ein falsches Licht werfen. Deshalb wollen wir uns dem naturgem&#228;&#223; schwer fassbaren Thema in Form eines – wenn auch sehr kurzen – historischen Abrisses n&#228;hern, unter Nennung einiger wichtiger Repr&#228;sentanten und mit Schwerpunkt auf Immanuel Kant.</p>
<p><strong><br />
Antike und Mittelalter</strong></p>
<p>I.	Aristoteles als Begr&#252;nder der Metaphysik</p>
<p>Aristoteles wird h&#228;ufig als Begr&#252;nder der Metaphysik genannt. Jedoch war nicht er es, der den Begriff „Metaphysik“ selbst pr&#228;gte, obwohl eines seiner ber&#252;hmtesten Werke heute diesen Titel tr&#228;gt. (Der Name „Metaphysik“ mag bereits in unmittelbarer N&#228;he Aristoteles’ entstanden sein, nachweisbar ist er jedoch erst im 1. Jahrhundert v.Chr.. Einer h&#228;ufig erz&#228;hlten, aber ungesicherten Anekdote zu Folge geht der Name zur&#252;ck auf einen Zufall: in einer Bibliothek wurden die Schriften, die heute als „Metaphysik“ bekannt sind, hinter Aristoteles’ Physik eingeordnet und entsprechend benannt.) Unber&#252;hrt davon bleibt der Gegenstand der Disziplin, die Aristoteles selbst als „Erste Philosophie“, manchmal aber auch einfach als „Weisheit“ bezeichnete: die Prinzipien und Ursachen der Dinge. Wer die Fundamentalbedingungen und das Wesen einer Sache kennt, ist ein Weiser, der gewisserma&#223;en alles wei&#223; (-&gt; vgl. hierzu Leitfaden „Philosophiebegriffe“, Aristoteles). In diesem Sinne stellt die Metaphysik bei Aristoteles eine Art Universalwissenschaft dar, die im Gegensatz zu Einzelwissenschaften nicht einzelne Aspekte des Seins, sondern das Sein an sich, in seiner allgemeinsten Hinsicht, untersucht.</p>
<p>II.	Thomas von Aquin</p>
<p>F&#252;r Thomas von Aquin, einen der wirkm&#228;chtigsten Theologen und Philosophen des Mittelalters, war Aristoteles unbestreitbar der wichtigste Philosoph der Antike. Entsprechende &#252;bernahm er die Vorstellung von der Metaphysik als Lehre vom Seienden als Seiendes. Absolutes Sein kommt bei Thomas nur Gott zu; alles andere hat Anteil am Sein, und zwar entsprechend seiner Wesensnatur. Dieses hierarchisch-ontologische Modell ist zugleich grundlegend f&#252;r die thomasische Ethik.</p>
<p><strong>Metaphysik bei Kant</strong></p>
<p>Ab dem 17. Jh. wurde die Metaphysik in die Ontologia generalis und die Ontologia spezialis untergliedert. Die Ontologia generalis ist das, was heute als Ontologie bezeichnet wird und befasst sich mit dem Sein des Seienden.<br />
Die Ontologia spezialis wird heute Metaphysik genannt und befasst sich mit der Bestimmung der metaphysischen Gegenst&#228;nde: die (philosophische) Theologie mit dem Gegenstand Gott, die Kosmologie mit dem Gegenstand Welt und die Psychologie mit dem Gegenstand Seele. Dies ist die Untergliederung der Disziplinen, die Kant kannte und an der er sich abarbeitete.</p>
<p>Kant geht in der Vorrede zur zweiten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft“ der Frage nach, ob die Metaphysik eine Wissenschaft sein kann und unter welchen Umst&#228;nden sie zu einer Wissenschaft werden kann.<br />
Nach Kant ger&#228;t die Vernunft in der Metaphysik „kontinuierlich ins St[o]cken“ . Die Metaphysik stellt sich f&#252;r ihn lediglich als ein „Kampfplatz“ dar, der „dazu bestimmt zu sein scheint, seine Kr&#228;fte im Spielgefechte zu &#252;ben“. Da also das Verfahren der Metaphysik „ein blo&#223;es Herumtappen“ sei, bedarf es nach Kant einer kopernikanischen Revolution . Dieser Metapher bedient sich Kant, um die perspektivische &#196;nderung zu veranschaulichen, welche er einfordert: W&#228;hrend eine der vorherrschenden Schulen seiner Zeit, der Empirismus, davon ausging, dass unsere Erkenntnis sich nach den Gegenst&#228;nden richtet und diese Gegenst&#228;nde erkennbar w&#228;ren, vertritt Kant die Position, dass wir nur Erscheinungen erkennen k&#246;nnen. Hierf&#252;r unterscheidet Kant zwischen dem Ding als Erscheinung und dem Ding an sich. Dabei sind Gegenst&#228;nde, die wir durch Erfahrung erkennen k&#246;nnen, Erscheinungen. Mit Erscheinungen haben wir es zu tun, wo unsere Anschauungsformen von Raum und Zeit sowie die Kategorien des Verstandes mit der erfahrbaren Welt zusammenfallen. Dem gegen&#252;ber handelt es sich beim Ding an sich um das Ding, wie es unabh&#228;ngig vom erkennenden Subjekt besteht. Es kann vom Verstand gedacht und kognitiv konstruiert, jedoch nicht erkannt werden, da es nicht erfahren werden kann. Somit gilt als Referenzrahmen das Erkenntnissubjekt selbst, dessen Erkenntnisleistungen von a priori vorhandenen Anschauungsformen und Kategorien abh&#228;ngen. Die Gegenst&#228;nde – „als Objekt[e] der Sinne“ – richten sich nach unserem Erkenntnisverm&#246;gen .<br />
Durch diese Revolution sollte die Metaphysik nicht mehr ein blo&#223;es Herumtappen und Kampfplatz ohne einheitliche Methode sein, sondern eine Disziplin der Vernunft, welche sich nur mit sich selbst besch&#228;ftigt und nicht mehr mit Begriffen, wie Gott, Freiheit, die keine Erkenntnisgegenst&#228;nde werden k&#246;nnen. Jedoch bildet sie die Vernunft als unbedingte Ideen. Diese sollten lediglich Postulate sein, welche nicht erkannt, nur geglaubt werden k&#246;nnen . W&#228;hrend die Idee der Freiheit mit Hilfe der theoretischen Philosophie nicht zu beweisen ist, erkl&#228;rt Kant sie in seiner praktischen Philosophie zur notwendigen Bedingung von Moral. Im Gegensatz zur theoretischen Vernunft produziert die praktische Vernunft keine Erkenntnis, sondern wirkt gesetzgebend, besch&#228;ftigt sich also mit normativen Aussagen.</p>
<p>Es sollen nun vorgreifend einige Begriffe gekl&#228;rt werden, die bei Kants erkenntnistheoretischer Eingrenzung der Metaphysik eine wichtige Rolle spielen: „spekulativ“ und „transzendental“.<br />
Kant gebraucht den Begriff „spekulativ“ nicht nur synonym zu „theoretisch“, sondern gebraucht diesen an manchen Stellen mit einem eher pejorativen Akzent: ein spekulatives Vorgehen tendiert dazu, die Grenzen der Erfahrung zu &#252;berspringen und ungesicherte Erkenntnisse anzunehmen. Daher muss nach Kant die spekulative Vernunft kritisiert und eingeschr&#228;nkt werden .<br />
Der Begriff „transzendental“ muss vom Begriff „transzendent“ unterschieden werden. Der Begriff „transzendent“ kommt auch in den Theologien vor und impliziert ein „&#220;berfliegen“ der Grenzen der Erfahrung. Die „transzendentale“ Untersuchung hingegen analysiert die Bedingungen der M&#246;glichkeit von Erkenntnis. Die transzendentale Frage lautet daher: „Was sind die Grenzen von Erkenntnis?“. Die Begriffe waren zu Kants Zeit h&#228;ufig synonym, aber bei Kant erh&#228;lt der Begriff an manchen Stellen die oben angerissene, Bedeutung.<br />
Die Transzendentalphilosophie, welche die Erkenntnism&#246;glichkeiten der Vernunft untersucht, geht nach Kant der Metaphysik voraus und bildet quasi den „ganzen Vorri&#223; zu einem System der Metaphysik“ : „Sie [die Kritik der reinen spekulativen Vernunft] ist ein Traktat von der Methode, nicht ein System der Wissenschaft selbst; aber sie verzeichnet gleichwohl den ganzen Umri&#223; derselben, so wohl in Anschauung ihrer Grenzen, als auch den ganzen inneren Gliederbau derselben.“<br />
Die Metaphysik wird nur dann zur Wissenschaft, wenn das Ger&#252;st der spekulativen Vernunft mit praktischen Data (Erfahrung) a posteriori angef&#252;llt wird . Nach Kant wird aus Denken nur dann Erkenntnis, wenn eine R&#252;ckkoppelung an die Erfahrung stattfinden kann. So findet er zu einer Synthese zwischen Rationalismus und Empirismus: Erfahrung ist zwar n&#246;tig f&#252;r Erkenntnis, Kant geht jedoch nicht von der Erfahrung aus, denn das w&#228;re lediglich Wahrscheinlichkeitswissen.<br />
Vom Sein als Sein, Gott, dem ersten Anfang, der Unsterblichkeit der Seele und der Freiheit ist keine Erkenntnis m&#246;glich. Diese Begriffe fallen in den Bereich des Glaubens, dem das Wissen somit „Platz macht“ . Mit „Glauben“ jedoch meint Kant nicht etwa den christlichen Glauben, sondern die Moralit&#228;t. Im Gegensatz zur theoretischen Vernunft, die an empirische Erfahrungen gebunden ist, ist die praktische Vernunft unabh&#228;ngig von der Au&#223;enwelt; hier ist der Mensch frei zum Handeln nach selbstgegebenen, moralischen Gesetzen.<br />
Kant will aufzeigen, wor&#252;ber man etwas wissen kann und was man glauben muss. Um dies zu bewerkstelligen strebt er nach einer kopernikanischen Wende in der Metaphysik.</p>
<p>Mit Hilfe der Kritik soll die Metaphysik zu einer Wissenschaft werden, welche „notwendig dogmatisch [aus sicheren Prinzipien a priori streng beweisend] und nach der strengsten Forderung systematisch, mithin schulgerecht [lehrbar]“ sein soll. Die ihr zugrundeliegende Methode, welche Kant Christian Wolff (1679-1754) entleiht, umfasst die gesetzm&#228;&#223;ige Feststellung der Prinzipien, die deutliche Bestimmung der Begriffe, eine strenge Beweisf&#252;hrung und die „Verh&#252;tung k&#252;hner Spr&#252;nge in Folgerungen [...]</p>
<p><strong>Metaphysik nach Kant</strong></p>
<p>Eine umfassende Darstellung der aktuellen Metaphysik-Forschung w&#252;rde den Rahmen dieses Leitfadens sprengen. Die Meinungen gehen weit auseinander, von der Forderung zur Abschaffung der Metaphysik bis zur Wahrscheinlichkeitstheorie ihrer Existenz gibt es einige aktuelle Theorien. Zwei davon m&#246;chten wir gerne in aller K&#252;rze darstellen. Alfred Jules Ayer und Alvin Plantinga.</p>
<p>Ayer fordert in seinem 1936 erschienenen Buch „Sprache, Wahrheit und Logik“ die Abschaffung der Metaphysik, da er sie f&#252;r unsinnig h&#228;lt. Seiner Theorie nach, sei Metaphysik nicht verifizierbar und somit sei es unsinnig &#252;ber sie zu diskutieren. Denn wenn jemand &#252;ber Gott, als ein Beispiel der Metaphysik, spricht, sagt er nichts &#252;ber einen verifizierbaren Gegenstand, anhand dessen man Argumente abgleichen k&#246;nnte. Wenn er aber &#252;ber nichts spr&#228;che, h&#228;tte so etwas auch nichts mehr in der Philosophie zu suchen.</p>
<p>Alvin Plantinga pl&#228;diert in seinem Buch „God, Feedom and Evil“ allerdings f&#252;r die Metaphysik und ihre gerechtfertigte Stellung in der Philosophie. Auch wieder speziell am metaphysischen Beispiel „Gott“. Er bezieht sich darauf, dass auch in der Philosophie einige Grundannahmen getroffen werden, die nicht zu beweisen sind. So nimmt der Common Sense an, dass die Au&#223;enwelt existiert und diese eine Vergangenheit hat. Das seien basale Meinungen, auf die alle Meinungen basieren und die nicht selbst von anderen Meinungen abh&#228;ngen. Basale Meinungen, sind zwar zu verteidigen gegen kritische Fragen, aber sie sind nicht zu beweisen. Die Meinung Gott existiere sei aber auch eine solche basale Meinung. Sie m&#252;sse sich zwar gegen kritische Fragen wehren – wenn sie das nicht kann, ist sie widerlegt – aber sie habe eine gleiche Stellung in der Philosophie wie die Meinung, es gebe eine Au&#223;enwelt und ihre Vergangenheit.</p>
<p>Die weite Spanne an Meinungen im Metaphysikdiskurs des 20. Jahrhunderts – von radikaler Ablehnung in den 1930ern bis hin zur Verteidigung der Metaphysik in den 1970ern – soll zeigen, dass man nicht von einer Entscheidung f&#252;r oder gegen Metaphysik in der Entwicklung dieser Frage sprechen kann. Es gibt eine gro&#223;e Diskussion, ob und wie weit Metaphysik in der Philosophie vertreten sein soll, bzw. noch sein kann.</p>
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