Ich habe das Gefühl wichtige Entscheidungen fällen zu müssen. Ich trage eigentlich sehr schönen Ballast mit mir herum aber er drückt dennoch. Das wird ein recht persönlicher Artikel, wer das nicht mag, kann jetzt schon wegklicken, ich will ja niemandem etwas ausdrücken. Es geht allerdings auch um dieses Blog und deshalb denke ich schon, dass es von Interesse sein kann. Womöglich hat eine Entscheidung auch direkte Auswirkungen auf den onezblog.

Ich stehe vor zwei Türen und denke mich langsam entscheiden zu müssen, welchen ich betrete. Noch kann ich mich getrost im Vorzimmer, was ein gut eingerichtetes Spielzimmer ist, herumtummeln und brauche nur ab und an dort hin zu schielen. Doch das Bild passt nicht ganz, denn es ist nicht Möglich irgendwann eine Tür zu betreten und dann ist die Entscheidung gefällt. Ich muss erstmal den Schlüssel für eine der beiden Türen erarbeiten und denke nicht, genug Zeit zu haben beide Schlüssel anfertigen zu können.

Weg von dem Bild und ein wenig Klartext. Bringe ich all meine Energie und Zeit auf um das wirklich hohe Ziel Professor der Philosophie erreichen zu können oder widme ich mich dem Schreiben und versuche nach dem Studium auf eine Journalistenschule zu kommen oder ein Volontariat zu ergattern.

Mir ist heute beim Vorsingen für die Nachfolge von Professor Janich klargeworden, dass alle Kandidaten ein unglaubliches Fachwissen hatten, abgesehen ob ihre Vorträge überzeugt haben oder nicht. Sollte ich dieses auch irgendwann in die Waagschale werfen wollen können, dann sollte ich langsam mal anfangen. Ich kann dann nicht mehr so viel Zeit mit diesem Blog, Blogs und dem Internet allgemein verbringen und auch Romane sollten die Ausnahme werden. Ich muss mich der Fachliteratur widmen. Muss mich auf den Weg des Fachidioten begeben und ich fasse das Wort in diesem Zusammenhang nicht mal als negativ konnotiert auf.

Das würde aber heißen, dass ich nicht mehr sieben Blogs betreuen, Artikel für Magazine schreiben und noch diesen Blog befüllen kann. Der Tag hat nunmal nur 24 Stunden, so traurig das auch ist.

Ich will nicht sagen, den onezblog würde ich einstampfen, aber die Priorität würde sich doch stark ändern und ich würde vielleicht sagen, jede Woche ein Artikel. Ich weiß es nicht.

Jedoch hat der Beruf des Journalisten auch eine unglaubliche Magie für mich, zumal die Chancen natürlich ungemein höher sind, als Professor zu werden. Allerdings ist das kein Entscheidungsgrund, denn ich will mir sicher nicht später vorwerfen, ich hätte die einfachere Variante gewählt und nichts aus meinem Leben gemacht, weil ich zu feige war. Nein. Ich will mich nach wirklichem Interesse entscheiden, vielleicht auch nach Talent und Chancen, aber bis sich das wirklich ausgebildet hat, ist es vielleicht schon zu spät. Nich ganz zu spät, aber für die wirklich hohen Ziele, die ich nunmal abstecke. Ich brauche das zur Motivation.

Ein Luxusproblem, ich weiß, aber das macht es nicht einfacher für mich. Der erste Schritt wird sein, dass ich versuche, wieder mehr über Philosophie zu schreiben. Habe ich vor einigen Monaten einen Blog aufgemacht, mit dem einfachen Namen Philosophie² und ihn versucht auf Englisch zu schreiben, so werde ich das jetzt wieder ändern und auf Deutsch schreiben. Dabei will ich das Projekt eines englischsprachigen Blogs nicht einäschern, sondern erstmal nur auf Eis legen.

Genug des Seelenstriptease, ich will mir selbst auch gar nicht zu viel Druck machen, aber ich bin Perfektionist und kann gar nicht anders. Anders ist nur mit egal möglich und das scheint mir noch unangemessener.

Danke fürs Zuhören, das brauchte ich gerade um meine Gedanken zu ordnen.

3 Kommentar(e)

  1. Marc

    Wahrlich, es ist durchaus ein Luxusproblem, sich zwischen der Karriere als Journalist (ich hoffe doch im investigativ-kritischen Sinne) und dem Leben eines Hochschullehrers (mit all den süßen Vergünstigungen einer Lebensstellung und Lehrstuhlbequemlichkeiten) entscheiden zu müssen. Hmmmm…..? Ich muß gestehen, daß ich mir selbst nicht im klaren darüber bin, was ich von Deinem Gedankengang (Respekt für deine Aufrichtigkeit!) halten soll. Spricht hier noch jugendliche Hybris oder ein zielstrebiger Realist?

    Um ehrlich zu sein: Du hast sicher nicht unrecht damit, daß 1. die Gefahr besteht sich zu verzetteln und mit all den schönen (Internet-)Nebenprojekten wertvolle Ressourcen zu vergeuden, die anders auch eingesetzt werden könnten (ich spreche aus eigener leidvoller Erfahrung), 2. bspw. das Lebensziel "Professor" eine wahnsinnige Belesenheit erfordert.

    Aber: aus meiner Sicht stellt sich bei Dir (Du bist im 2. Semester?) dennoch die Frage nicht. Mein Rat wäre, die Dinge, die dir am Herzen liegen weiter engagiert zu betreiben – wenn Du im Moment das Gefühl hast, weniger an den Blogs werkeln zu sollen und mehr Fachbücher zu lesen, dann mach das! Das ist in diesem Moment unbedingt das richtige. Allerdings (und damit Schluß mit den altväterlichen Ratschlägen) solltest Du Dir im klaren darüber sein, daß sehr viele Wege (auch im akademischen Bereich!) nicht geradlinig verlaufen; planbar oder gar kontrollierbar ist hier weniges. Sollte es Dir eines Tages gelingen, eine Professur zu ergattern – Dir sei es vergönnt! Wenn es so kommen sollte, so haben aber mit Sicherheit viele Zufälle mitgespielt. Deine Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt war da höchst nebensächlich.

  2. soeren onez

    Danke dir für deine genauso ehrliche Antwort. Ich habe diesen Artikel vor allem für mich geschrieben, um mir ein wenig klarer die Situation vor Augen führen zu können. Aufgeschrieben werden manchmal Probleme überhaupt erst sichtbar, manchmal entweichen sie aber auch der Wichtigkeit.

    Und ob ich überhaupt Prof oder Schreiberling werde wird sich auch noch zeigen, hinterher werde ich noch Webgedönser, wer weiß. Es ist nur die letzten Wochen so, dass ich einfach nicht mehr alles unter einen Hut bekomme und mir dieses Wochenende mal genommen habe um mir ein paar grundsätzliche Gedanken zu machen.

    Und ob ich eher noch der jugendliche Hybris ergeben bin oder schon der knallharte Realist geworden bin, den ein jedes Kind möglichst lange vermeiden will, ich kann es dir auch nicht sagen. Vielleicht beides, aber die Antwort war zu erwarten.

    Deine Ratschläge werde ich natürlich (jugendliche Hybris) beherzigen, was soll ich auch anders tun, denn mich jetzt verbiegen wäre noch viel schlimmer ls meine erträumten ZIele nicht zu erreichen. Andererseits haben mir diese hier niedergeschriebenen Gedanken geholfen zumindest auf meine jetzigen Projekte bezogen, mich ein wenig mehr zu fokussieren und nicht so sehr zu streuen.

    Meinen Philosophieblog werde ich öfter befüllen wollen, deshalb nicht mehr in englischer Sprache, und somit beide Interessen ein wenig zusammeführen zu können.

    Danke dir an meinen lauten Gedanken teilgenommen zu haben

  3. Pingback: Philosophie²

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