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	<title>Comments on: Der freie Wille existiert nicht?</title>
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	<description>Schreiben um des Schreibens Willen</description>
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		<title>By: Michael</title>
		<link>http://www.onezblog.de/der-freie-wille-existiert-nicht/#comment-2191</link>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Nov 2010 11:43:19 +0000</pubDate>
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		<description>Die Frage nach dem freien Willen ist so alt wie der Streit zwischen Logos und Mythos (vgl. Artikel Logos und Mythos). So nett das Beispiel des Naturwissenschaftlers ist - das Problem liegt doch, meine ich, etwas anders.Die Frage war doch: Was ist der Freie Wille? Ist der Wille des Menschen frei oder kausal determiniert? Sind Menschen spontan oder sind sie Maschinen?Die Frage ist eigentlich ganz leicht zu kl&#228;ren, wenn man das Paradoxum mal auf der Ebene betrachtet, auf der es entsteht: der Metaphysik.Die Metaphysik ist eine Idee dar&#252;ber, wie die Welt beschaffen ist und was wir von ihr wissen k&#246;nnen. In unserer westlichen Welt haben wir eine Subjekt-Objekt-Metaphysik, also die Idee, dass die Welt zun&#228;chst nur aus den Gegenst&#228;nden und dem Denken besteht.In der Grundschule lernen wir, dass ein Satz ein Subjekt, Objekt und ein Pr&#228;dikat enth&#228;lt (&quot;POS&quot;-Satz). Unsere gesamte Sprache, unsere gesamte Wissenschaft und Kultur ist auf der Idee aufgebaut, dass die Welt aus Subjekten und Objekten besteht. Wir k&#246;nnen uns nicht vorstellen, dass die Welt ggfs. nicht aus Objekten und Subjekten bestehen k&#246;nnte, weil unsere Sprache uns keine M&#246;glichkeiten daf&#252;r bietet. Unsere Sprache wirkt wie ein Wahrnehmungsfilter; je mehr wir kulturisiert sind, desto weniger sehen wir etwas, das wir nicht kennen. Kennst Du bspw. &quot;gr&#252;ne Sonnenstrahlen&quot;? Mit 100%iger Sicherheit hast Du sie schon hundertmal gesehen, aber nie wahrgenommen. Es gibt etwas, dass du nicht siehst, weil die Kultur dir nicht sagt, dass es da ist.Objekte sind Gegenst&#228;nde.Subjekte sind denkende, vernunftbegabte Wesen.Sonst gibt es - in unserer Sprache und unserem Denken - nichts.Das sind also die Voraussetzungen.Jetzt kommt der Wissenschaftler dazu: Er betritt die B&#252;hne der &#214;ffentlichkeit und behauptet, dass er (&#228;hnlich wie der Papst im &quot;deus ex cathedra&quot;) einen besonderen Zugang zu dem habe, was wir gerne als &quot;Wahrheit&quot; bezeichnen. Der Wissenschaftler begr&#252;ndet seine Autorit&#228;t aber nicht mit der Bibel, sondern mit dem Hinweis auf seine wissenschaftliche &quot;Objektivit&#228;t&quot;. Mit Objektivit&#228;t meint er, dass das, was er sagt, frei sei von seinen pers&#246;nlichen Ansichten, von logischen Fehlern oder sonstigen Qualit&#228;tsm&#228;ngeln und deshalb &quot;wahr&quot; und gegen&#252;ber &quot;privaten Ansichten&quot; zu bevorzugen sei.Der Wissenschaftler ist jemand, der zwischen den Dingen nach Zusammenh&#228;ngen sucht. Er fragt sich: Was passiert, wenn ich A und B miteinander mische? Und reagiert C auf D? Er mischt bspw. Chemikalien und beschreibt dann, was er beobachtet hat. Vielleicht bemerkt er, dass Substanz A immer dasselbe zu tun pflegt. Der &quot;gro&#223;e&quot; Newton &quot;entdeckte&quot; beispielsweise, dass ein Apfel immer geradezu auf den Boden f&#228;llt und nicht etwa davonfliegt. Newton stellte weiterhin fest, dass ALLE Gegenst&#228;nde auf den Boden fallen, und er beschrieb seine tiefe Erkenntnis im sog. Newton&#039;schen Naturgesetz.Nat&#252;rlich ist das Naturgesetz nicht selbst substantiell. Das verlangt ja auch keiner. Die Forderung nach wissenschaftlicher Objektivit&#228;t verlangt ja nicht, dass alles Wahre grunds&#228;tzlich aus Metall, Stein oder sonstwas sein muss. Eine Behauptung ist einfach dann &quot;wahr&quot;, wenn es keine Ausnahmen von der Regel gibt, die sie beschreibt. Da alle Objekte auf den Boden fallen, ist das Newton&#039;sche Gesetz wahr. So einfach ist das: Wissenschaft sagt, wie sich die Dinge zu benehmen pflegen. Wenn man wei&#223;, was Dinge zu tun pflegen, kann man planvoll mit ihnen umgehen. Wissenschaft ist deshalb sehr, sehr n&#252;tzlich. Sie kann dich warnen, indem sie sagt: Wenn Du das tust, werden dies die Konsequenzen sein. Verlass dich drauf. Wir haben es 1000x probiert.Die Probleme entstanden erst sp&#228;ter, als Wissenschaftler sich nicht mehr nur mit Objekten besch&#228;ftigten, sondern auch mit Subjekten. Nat&#252;rlich taten die Wissenschaftler auch hier das, was sie immer tun: Sie suchten nach Gesetzm&#228;&#223;igkeiten. Sie fragten sich, was Menschen in bestimmten Situationen tun. Und sie wurden f&#252;ndig.Menschen haben Sex. Menschen atmen. Menschen fallen wie &#196;pfel in gerader Linie auf den Boden. Immer. Die Wissenschaftler fanden sogar noch mehr heraus: Menschen denken. Menschen f&#252;hlen. Immer.Menschen wollen sich r&#228;chen wenn man sie qu&#228;lt, und Menschen schreien, wenn man sie - so fanden einige Wissenschaftler in der NS-Zeit heraus, in Gaskammern t&#246;tet. Immer. Immer? Nein, nicht immer. Manchmal singen sie auch. Manchmal beten sie. Manchmal sehen sie dem Tod gelassen entgegen und regen sich &#252;berhaupt nicht auf.Menschen lassen sich erpressen. Immer? Nein, nicht immer. Manchmal ja, manchmal nein. Man kann es nicht verallgemeinern. Derselbe Mensch ist manchmal erpressbar und manchmal nicht. Manchmal l&#252;gt er um sich zu sch&#252;tzen, manchmal ist er ehrlich bis zur Selbstzerst&#246;rung.F&#252;r einen Wissenschaftler sind &quot;Menschen&quot; die mitunter schrecklichsten Untersuchungsgegenst&#228;nde, die er sich denken kann: Sie sind &quot;Dinge&quot;, die keinem Gesetz zu gehorchen scheinen. F&#252;r den Wissenschaftler ist das zutiefst peinlich! Es stellt ihn blo&#223; und r&#252;ttelt an seiner Autorit&#228;t. Es macht ihn angreifbar und l&#228;cherlich, noch schlimmer als einen Casanova mit Erektionsproblemen. Um sein Ansehen zu retten, muss er sich irgendwie helfen. Etwas Viagra muss her, und zwar schnell.1) Der Wissenschaftler kann behaupten, dass es doch Naturgesetze gebe, die das Maschinenhafte im Menschen darlegen w&#252;rden. Man br&#228;uchte nur noch mehr Zeit (und nebenbei gesagt: auch mehr Geld..) um diese Regeln zu finden...  Diese Typen sind die Deterministen. Deterministen st&#252;rzen sich auf jedes Indiz, das eine Regelm&#228;&#223;igkeit im menschlichen Verhalten bedeuten k&#246;nnte.2) Der Wissenschaftler kann behaupten, dass Menschen keine Objekte sind und man deshalb keine Objektivit&#228;t von ihm verlangen d&#252;rfe. Dilthey war so einer, der die &quot;Geisteswissenschaften&quot; nur deshalb erfunden hat, um die Psycho-, Sozio- und Antrhopologen aus dem brennenden Palast zu holen: Geisteswissenschaftler sollen nicht erkl&#228;ren, sagte Dilthey, sondern nur &quot;verstehen&quot;. Kurz gesagt: Man schraubt einfach die Anspr&#252;che herunter und fordert f&#252;r sich das Recht auf Mittelm&#228;&#223;igkeit wie einst Lothar Matth&#228;us.3) Der Wissenschaftler kann sogar richtig b&#246;se werden und auf seine Naturwissenschaftlerkollegen losgehen, indem er zeigt, dass die Naturgesetze ja auch nicht materiell seien. Das sind die sog. Konstruktivisten, die restlos ALLES als &quot;willk&#252;rliche&quot; Mutma&#223;ungen l&#228;cherlich machen.Puh.So, nun kennen wir das Problem: Es gibt offenbar einen &quot;Freien Willen&quot;, aber Wissenschaftler k&#246;nnen damit nicht umgehen, weil ihr Forschungsprinzip ihnen die Arbeit unm&#246;glich macht. Es ist, als w&#252;rde man einem angeketteten Hund ein duftendes Steak so vor die Nase legen, dass die Kette exakt 5cm zu kurz ist. Es ist zum Ausflippen, aber man kann nichts machen.Schuld ist die Kette. In unserem Falle die Metaphysik.Sie legt die Methoden fest, wie man nach Steaks schnappen darf. Sie sagt, dass der Wissenschaftler das Steak nur mit der Schnauze schnappen darf, also bspw. empirisch oder positivistisch. Keineswegs d&#252;rfe er sich das Steak etwa Nachts holen, wenn er unangeleint ist (also &#252;ber intuitive Verfahren) oder indem er sich einfach umdreht und mit den Hinterf&#252;&#223;en das Steak n&#228;her heranzieht, weil er ja dann nicht sieht, was er tut (experimenteller Rahmen mit ungesicherter Methode).Deterministen sagen jetzt, dass das Steak schuld ist; es sei gar kein richtiges Steak - richtige Steaks k&#246;nne man schlie&#223;lich essen.Konstruktivisten sagen jetzt, dass alle Steaks grunds&#228;tzlich stinken und furchtbar schmecken und die Arbeit sich nicht lohnt.Empiristen sagen jetzt, dass man das Steak erst essen kann, wenn man es im Mund hat und das &quot;Steak&quot; vorher als solches undefinierbar und ungewiss ist, solange keine objektiven Erkenntnisse &#252;ber das Steak vorliegen.Rationalisten sagen jetzt, dass die Kette durch Nachdenken verl&#228;ngert werden k&#246;nne und m&#252;sse.Wie deutlich wird, sind alle epistemologischen Positionen nichts als konditionierte Reflexe. Man tut das, was man sonst auch immer tut und geht trotz des immensen Problems stur weiter seinen Weg. Wissenschaftler &#252;berdenken ihre Vorurteile nicht, sofern ihre bisherigen Erfahrungen mit Steaks auf der Basis dieser Vorurteile l&#246;sbar waren. Sie vertrauen ihrer Methode mehr als der offensichtlichen Dissonanz der Situation. Sie sind sogar aufs Verderben an der Methode angekettet, denn schlie&#223;lich haben sie bislang ihre Autorit&#228;t nur durch ebendiese Methoden hergestellt! Es w&#228;re ein Schuss ins Knie, jetzt die Methode zu &#228;ndern, und deshalb ruft der Wissenschaftler &quot;Mir nach, ich folge euch!&quot;Kreativit&#228;t, Intuition, Weisheit, Originalit&#228;t, Spontanit&#228;t, Einfallsreichtum, Mitgef&#252;hl, Ehre, Freude, Liebe  ... sind allesamt Begriffe, die Wissenschaftlern Zahnschmerzen bereiten. Worte wie &quot;Liebe&quot; machen Wissenschaftler nerv&#246;s, weil sie nichts dazu sagen k&#246;nnen. Sobald man verlangt, dass sie Liebe definieren, fangen sie an zu stottern, verzapfen psychologischen Quark und sehen zu, dass sie schnellstm&#246;glich den Raum verlassen. Nach Feierabend fahren die Wissenschaftler dann nach Hause, zu ihren geliebten Ehepartnern und Kindern...;-)Warum &quot;Liebe&quot; nicht definierbar ist, habe ich im Kommentar zu &quot;Logos und Mythos&quot; erl&#228;utert.Gru&#223;!Michael</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage nach dem freien Willen ist so alt wie der Streit zwischen Logos und Mythos (vgl. Artikel Logos und Mythos). So nett das Beispiel des Naturwissenschaftlers ist &#8211; das Problem liegt doch, meine ich, etwas anders.Die Frage war doch: Was ist der Freie Wille? Ist der Wille des Menschen frei oder kausal determiniert? Sind Menschen spontan oder sind sie Maschinen?Die Frage ist eigentlich ganz leicht zu kl&#228;ren, wenn man das Paradoxum mal auf der Ebene betrachtet, auf der es entsteht: der Metaphysik.Die Metaphysik ist eine Idee dar&#252;ber, wie die Welt beschaffen ist und was wir von ihr wissen k&#246;nnen. In unserer westlichen Welt haben wir eine Subjekt-Objekt-Metaphysik, also die Idee, dass die Welt zun&#228;chst nur aus den Gegenst&#228;nden und dem Denken besteht.In der Grundschule lernen wir, dass ein Satz ein Subjekt, Objekt und ein Pr&#228;dikat enth&#228;lt (&#8220;POS&#8221;-Satz). Unsere gesamte Sprache, unsere gesamte Wissenschaft und Kultur ist auf der Idee aufgebaut, dass die Welt aus Subjekten und Objekten besteht. Wir k&#246;nnen uns nicht vorstellen, dass die Welt ggfs. nicht aus Objekten und Subjekten bestehen k&#246;nnte, weil unsere Sprache uns keine M&#246;glichkeiten daf&#252;r bietet. Unsere Sprache wirkt wie ein Wahrnehmungsfilter; je mehr wir kulturisiert sind, desto weniger sehen wir etwas, das wir nicht kennen. Kennst Du bspw. &#8220;gr&#252;ne Sonnenstrahlen&#8221;? Mit 100%iger Sicherheit hast Du sie schon hundertmal gesehen, aber nie wahrgenommen. Es gibt etwas, dass du nicht siehst, weil die Kultur dir nicht sagt, dass es da ist.Objekte sind Gegenst&#228;nde.Subjekte sind denkende, vernunftbegabte Wesen.Sonst gibt es &#8211; in unserer Sprache und unserem Denken &#8211; nichts.Das sind also die Voraussetzungen.Jetzt kommt der Wissenschaftler dazu: Er betritt die B&#252;hne der &#214;ffentlichkeit und behauptet, dass er (&#228;hnlich wie der Papst im &#8220;deus ex cathedra&#8221;) einen besonderen Zugang zu dem habe, was wir gerne als &#8220;Wahrheit&#8221; bezeichnen. Der Wissenschaftler begr&#252;ndet seine Autorit&#228;t aber nicht mit der Bibel, sondern mit dem Hinweis auf seine wissenschaftliche &#8220;Objektivit&#228;t&#8221;. Mit Objektivit&#228;t meint er, dass das, was er sagt, frei sei von seinen pers&#246;nlichen Ansichten, von logischen Fehlern oder sonstigen Qualit&#228;tsm&#228;ngeln und deshalb &#8220;wahr&#8221; und gegen&#252;ber &#8220;privaten Ansichten&#8221; zu bevorzugen sei.Der Wissenschaftler ist jemand, der zwischen den Dingen nach Zusammenh&#228;ngen sucht. Er fragt sich: Was passiert, wenn ich A und B miteinander mische? Und reagiert C auf D? Er mischt bspw. Chemikalien und beschreibt dann, was er beobachtet hat. Vielleicht bemerkt er, dass Substanz A immer dasselbe zu tun pflegt. Der &#8220;gro&#223;e&#8221; Newton &#8220;entdeckte&#8221; beispielsweise, dass ein Apfel immer geradezu auf den Boden f&#228;llt und nicht etwa davonfliegt. Newton stellte weiterhin fest, dass ALLE Gegenst&#228;nde auf den Boden fallen, und er beschrieb seine tiefe Erkenntnis im sog. Newton&#8217;schen Naturgesetz.Nat&#252;rlich ist das Naturgesetz nicht selbst substantiell. Das verlangt ja auch keiner. Die Forderung nach wissenschaftlicher Objektivit&#228;t verlangt ja nicht, dass alles Wahre grunds&#228;tzlich aus Metall, Stein oder sonstwas sein muss. Eine Behauptung ist einfach dann &#8220;wahr&#8221;, wenn es keine Ausnahmen von der Regel gibt, die sie beschreibt. Da alle Objekte auf den Boden fallen, ist das Newton&#8217;sche Gesetz wahr. So einfach ist das: Wissenschaft sagt, wie sich die Dinge zu benehmen pflegen. Wenn man wei&#223;, was Dinge zu tun pflegen, kann man planvoll mit ihnen umgehen. Wissenschaft ist deshalb sehr, sehr n&#252;tzlich. Sie kann dich warnen, indem sie sagt: Wenn Du das tust, werden dies die Konsequenzen sein. Verlass dich drauf. Wir haben es 1000x probiert.Die Probleme entstanden erst sp&#228;ter, als Wissenschaftler sich nicht mehr nur mit Objekten besch&#228;ftigten, sondern auch mit Subjekten. Nat&#252;rlich taten die Wissenschaftler auch hier das, was sie immer tun: Sie suchten nach Gesetzm&#228;&#223;igkeiten. Sie fragten sich, was Menschen in bestimmten Situationen tun. Und sie wurden f&#252;ndig.Menschen haben Sex. Menschen atmen. Menschen fallen wie &#196;pfel in gerader Linie auf den Boden. Immer. Die Wissenschaftler fanden sogar noch mehr heraus: Menschen denken. Menschen f&#252;hlen. Immer.Menschen wollen sich r&#228;chen wenn man sie qu&#228;lt, und Menschen schreien, wenn man sie &#8211; so fanden einige Wissenschaftler in der NS-Zeit heraus, in Gaskammern t&#246;tet. Immer. Immer? Nein, nicht immer. Manchmal singen sie auch. Manchmal beten sie. Manchmal sehen sie dem Tod gelassen entgegen und regen sich &#252;berhaupt nicht auf.Menschen lassen sich erpressen. Immer? Nein, nicht immer. Manchmal ja, manchmal nein. Man kann es nicht verallgemeinern. Derselbe Mensch ist manchmal erpressbar und manchmal nicht. Manchmal l&#252;gt er um sich zu sch&#252;tzen, manchmal ist er ehrlich bis zur Selbstzerst&#246;rung.F&#252;r einen Wissenschaftler sind &#8220;Menschen&#8221; die mitunter schrecklichsten Untersuchungsgegenst&#228;nde, die er sich denken kann: Sie sind &#8220;Dinge&#8221;, die keinem Gesetz zu gehorchen scheinen. F&#252;r den Wissenschaftler ist das zutiefst peinlich! Es stellt ihn blo&#223; und r&#252;ttelt an seiner Autorit&#228;t. Es macht ihn angreifbar und l&#228;cherlich, noch schlimmer als einen Casanova mit Erektionsproblemen. Um sein Ansehen zu retten, muss er sich irgendwie helfen. Etwas Viagra muss her, und zwar schnell.1) Der Wissenschaftler kann behaupten, dass es doch Naturgesetze gebe, die das Maschinenhafte im Menschen darlegen w&#252;rden. Man br&#228;uchte nur noch mehr Zeit (und nebenbei gesagt: auch mehr Geld..) um diese Regeln zu finden&#8230;  Diese Typen sind die Deterministen. Deterministen st&#252;rzen sich auf jedes Indiz, das eine Regelm&#228;&#223;igkeit im menschlichen Verhalten bedeuten k&#246;nnte.2) Der Wissenschaftler kann behaupten, dass Menschen keine Objekte sind und man deshalb keine Objektivit&#228;t von ihm verlangen d&#252;rfe. Dilthey war so einer, der die &#8220;Geisteswissenschaften&#8221; nur deshalb erfunden hat, um die Psycho-, Sozio- und Antrhopologen aus dem brennenden Palast zu holen: Geisteswissenschaftler sollen nicht erkl&#228;ren, sagte Dilthey, sondern nur &#8220;verstehen&#8221;. Kurz gesagt: Man schraubt einfach die Anspr&#252;che herunter und fordert f&#252;r sich das Recht auf Mittelm&#228;&#223;igkeit wie einst Lothar Matth&#228;us.3) Der Wissenschaftler kann sogar richtig b&#246;se werden und auf seine Naturwissenschaftlerkollegen losgehen, indem er zeigt, dass die Naturgesetze ja auch nicht materiell seien. Das sind die sog. Konstruktivisten, die restlos ALLES als &#8220;willk&#252;rliche&#8221; Mutma&#223;ungen l&#228;cherlich machen.Puh.So, nun kennen wir das Problem: Es gibt offenbar einen &#8220;Freien Willen&#8221;, aber Wissenschaftler k&#246;nnen damit nicht umgehen, weil ihr Forschungsprinzip ihnen die Arbeit unm&#246;glich macht. Es ist, als w&#252;rde man einem angeketteten Hund ein duftendes Steak so vor die Nase legen, dass die Kette exakt 5cm zu kurz ist. Es ist zum Ausflippen, aber man kann nichts machen.Schuld ist die Kette. In unserem Falle die Metaphysik.Sie legt die Methoden fest, wie man nach Steaks schnappen darf. Sie sagt, dass der Wissenschaftler das Steak nur mit der Schnauze schnappen darf, also bspw. empirisch oder positivistisch. Keineswegs d&#252;rfe er sich das Steak etwa Nachts holen, wenn er unangeleint ist (also &#252;ber intuitive Verfahren) oder indem er sich einfach umdreht und mit den Hinterf&#252;&#223;en das Steak n&#228;her heranzieht, weil er ja dann nicht sieht, was er tut (experimenteller Rahmen mit ungesicherter Methode).Deterministen sagen jetzt, dass das Steak schuld ist; es sei gar kein richtiges Steak &#8211; richtige Steaks k&#246;nne man schlie&#223;lich essen.Konstruktivisten sagen jetzt, dass alle Steaks grunds&#228;tzlich stinken und furchtbar schmecken und die Arbeit sich nicht lohnt.Empiristen sagen jetzt, dass man das Steak erst essen kann, wenn man es im Mund hat und das &#8220;Steak&#8221; vorher als solches undefinierbar und ungewiss ist, solange keine objektiven Erkenntnisse &#252;ber das Steak vorliegen.Rationalisten sagen jetzt, dass die Kette durch Nachdenken verl&#228;ngert werden k&#246;nne und m&#252;sse.Wie deutlich wird, sind alle epistemologischen Positionen nichts als konditionierte Reflexe. Man tut das, was man sonst auch immer tut und geht trotz des immensen Problems stur weiter seinen Weg. Wissenschaftler &#252;berdenken ihre Vorurteile nicht, sofern ihre bisherigen Erfahrungen mit Steaks auf der Basis dieser Vorurteile l&#246;sbar waren. Sie vertrauen ihrer Methode mehr als der offensichtlichen Dissonanz der Situation. Sie sind sogar aufs Verderben an der Methode angekettet, denn schlie&#223;lich haben sie bislang ihre Autorit&#228;t nur durch ebendiese Methoden hergestellt! Es w&#228;re ein Schuss ins Knie, jetzt die Methode zu &#228;ndern, und deshalb ruft der Wissenschaftler &#8220;Mir nach, ich folge euch!&#8221;Kreativit&#228;t, Intuition, Weisheit, Originalit&#228;t, Spontanit&#228;t, Einfallsreichtum, Mitgef&#252;hl, Ehre, Freude, Liebe  &#8230; sind allesamt Begriffe, die Wissenschaftlern Zahnschmerzen bereiten. Worte wie &#8220;Liebe&#8221; machen Wissenschaftler nerv&#246;s, weil sie nichts dazu sagen k&#246;nnen. Sobald man verlangt, dass sie Liebe definieren, fangen sie an zu stottern, verzapfen psychologischen Quark und sehen zu, dass sie schnellstm&#246;glich den Raum verlassen. Nach Feierabend fahren die Wissenschaftler dann nach Hause, zu ihren geliebten Ehepartnern und Kindern&#8230;;-)Warum &#8220;Liebe&#8221; nicht definierbar ist, habe ich im Kommentar zu &#8220;Logos und Mythos&#8221; erl&#228;utert.Gru&#223;!Michael</p>
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		<title>By: ögg</title>
		<link>http://www.onezblog.de/der-freie-wille-existiert-nicht/#comment-2190</link>
		<dc:creator>ögg</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Oct 2007 21:51:25 +0000</pubDate>
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		<description>schon mal was von emergenzebenen geh&#246;rt? verteidigst du diese ansicht, dass sich aus dem nebeneinander von elementen strukturen bilden, die miteinander funktional verzahnt sind auf einer ebene und dass sich aus dieser (wie auch immer zusammenh&#228;ngenden) ebene neue ph&#228;nomene ergeben k&#246;nnen, die weder dieselbe strukturelle ordnung, &quot;kausalit&#228;t&quot; noch grundcodes haben?daumen hoch f&#252;r die seite hier &#252;brigens!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>schon mal was von emergenzebenen geh&#246;rt? verteidigst du diese ansicht, dass sich aus dem nebeneinander von elementen strukturen bilden, die miteinander funktional verzahnt sind auf einer ebene und dass sich aus dieser (wie auch immer zusammenh&#228;ngenden) ebene neue ph&#228;nomene ergeben k&#246;nnen, die weder dieselbe strukturelle ordnung, &#8220;kausalit&#228;t&#8221; noch grundcodes haben?daumen hoch f&#252;r die seite hier &#252;brigens!</p>
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