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Schreiben um des Schreibens Willen...

Aufzüg

Dieser Beitrag wurde am 11.06.2011 veröffentlicht und bisher noch nicht kommentiert.

Blumen Kitsch

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Blumen Kitsch by Raphael Raue

Ach der Frühling ist da und da kann man auch Mal ein paar kitschige Blüten fotografieren.

Blick aus dem Fenster auf der neuen Arbeit

Dieser Beitrag wurde am 16.04.2011 veröffentlicht und bisher noch nicht kommentiert.

Mein neuer Arbeitsplatz 2

Dieser Beitrag wurde am 16.04.2011 veröffentlicht und bisher noch nicht kommentiert.

Mein neuer Arbeitsplatz

Dieser Beitrag wurde am 16.04.2011 veröffentlicht und bisher noch nicht kommentiert.

Warum haben wir eigentlich so große Angst vor dem Sex?

Dieser Beitrag wurde am 31.01.2011 veröffentlicht und bereits ein Mal kommentiert.

Man muss nicht Foucault gelesen haben um mit einem Blick in die Gesellschaft oder die Geschichte unserer Gesellschaft gewisse Machtansprüche zu identifizieren die sich auf Sex, Pornografie und Erotik beziehen. Moralische, rechtliche, kulturelle sowie kommunikative Ansprüche finden sich in jeder mir bekannten Gesellschaft und beziehen sich immer sowohl auf das öffentliche sowie das private Leben. In kaum einem Bereich ist Verschmelzung von Individuum und Gesellschaft so stark. Ich frage mich warum das so ist.

Schwimmen zwei junge Fische daher und treffen auf einen älteren Fisch, der in die andere Richtung schwimmt, ihnen zunickt und sagt: „Morgen, Jungs. Wie ist das Wasser?“ Und die beiden jungen Fische schwimmen noch ein bisschen, bis der eine schließlich zum andern rübersieht und sagt: „Was zur Hölle ist Wasser?“ David Foster Wallace

Wenn wir über Sex reden, meinen wir meist nur unseren eigenen Sex. Wenn wir über Pornografie reden, meinen wir meist nur die anderen, die entweder verheimlichend oder stilisierend darüber reden. Wenn wir über Erotik reden, reden wir immer nur über die der anderen. Ich bin geil, das ist heiß, ich bin so, der ganz anders, ich würde gern, ich hätte doch, könnten wir nicht. Das ist nicht der Sex, den ich meine, über den ich reden will. Das ist der Sex, über den ihr mit euren Freunden und Freundinnen redet. Ich meine Sex als gesellschaftlich, kulturell und rechtlich formiertes Konstrukt, das wir immer in den Gesprächen mit Freunden und Bekannten mittragen. Diverenzen gehören mit zum System, Einheitlichkeit wird durch begrenzte Differenzierungsmöglichkeiten hergestellt. So lautet Foucaults These und wichtig ist dabei zudem, dass hergestellt nicht jemanden meint. Jedenfalls niemand Konkretes. Wir alle und keiner stellen das her. Aber ich will das nicht theoretischer machen als notwendig.

Deshalb konkret. Aber ohne nur das folgende Beispiel damit zu meinen. Reden wir über Pornos, das Internet und gesellschaftliche sowie familiäre Fürsorge. Warum meinen wir als Gesellschaft eigentlich unsere Kinder vor etwas schützen worüber wir uns im Klaren sind, wie die Fische über das Wasser im Zitat von Wallace? Wenn ich die Begründungen und Interpretationen von Pädagogen lese, weshalb wir unsere Kinder vor schmuddeligem Sex schützen müssen, steht mir der kalte wissenschaftstheoretische Angstschweiß auf der Stirn. Ihr kennt alle diese Studien, denn sie fließen spätestens beim nächsten Amoklauf wieder in die aktuelle Berichterstattung ein.

Aber nicht nur die flatulenzierende Pädagogik erzieht uns in Sachen Erziehung. Ich hatte in letzter Zeit einige Gespräche über das Thema und selbst Menschen, die regelmäßig in den Puff gehen und keine SM-Fete auslassen vertreten die Meinung auch offensiv in jede Richtung, die vielleicht anderer Meinung sein könnte, dass Pornos für Jugendliche mindestens den neurotischen Tod bedeuten. Ich frage noch einmal, denn vielleicht gibt es ja doch jemanden mit fundierten Argumenten, der mir verraten kann, warum wir meinen Pornos, Sexualität und Erotik seien etwas, vor dem man und junge man’s im Speziellen geschützt werden müssen?

Die geprügelte amerikanische Kultur zeigt vielleicht am Besten, was ich meine. Filme mit allerbrutalsten Enthauptungsmetzeleien sind erlaubt, aber schon angedeutete Nippel oder öffentliches Stillen sind in unterschiedlicher Weise unter Strafe gestellt. Man kann jetzt mit religiöser Prüderie kommen und da einen roten Faden finden, der zwar die Genese erklärt, aber immer noch nicht, welche Interesse wir scheinbar daran haben, uns, unsere Kinder und die Gesellschaft immer wieder vor Gefahren zu warnen, die wir nicht kennen.

Warum glauben wir eigentlich, dass mehr Sex, weniger sexuelle Abhängigkeit und meinetwegen auch mehr Sportficken wie in den Pornos automatisch zum Verfall der Gesellschaft führen wird? Was treibt uns, das nicht nur zu glauben, sondern es mit einer solchen Inbrunst zu glauben, dass wir es von Generation zu Generation weiter geben? Gefühle wie Scham und Eifersucht werden einseitig gefördert und für natürlich erklärt, während Neugierde und Wissensdrang nicht oder erst ab einem gewissen Alter toleriert werden. Ebenso “natürlich” und in anderen Gebieten unserer Kultur nicht nur toleriert, sondern sogar gefordert und mit Druck verbunden, scheinen wir dem Sex immer noch eine Angst entgegenzubringen, die ich mir nicht erklären kann.

Ich bin auf eure Kommentare gespannt.

Erwartungen und Druck in unserer Gesellschaft

Dieser Beitrag wurde am 26.01.2011 veröffentlicht und schon 2 Mal kommentiert.

Ich möchte zunächst anregen, zwei Artikel zu lesen, die ich in den letzten Tagen gelesen habe. Wie Firmen ihre Spitzenkräfte verbrennen ist der erste. Und der zweite trägt den Titel 80 Prozent aller Lebensläufe sind Schrott. Lasst diese beiden texte Mal einfach auf euch wirken und erwartet erstmal gar nichts. Versucht keine Zusammenhänge zwischen den beiden Artikeln zu sehen, was nicht ganz möglich ist, schließlich setze ich sie ja in genau einen solchen.

Ich wüsste nur gerne, ob ihr nicht auch seht, wie bescheuert und vor allem Schizophren eigentlich das Bild seiner Zukunft für einen jungen Menschen sein muss, der bald in den Arbeitsmarkt eintreten wird. Die beiden Artikel oben stellen nur einen minimalsten Teil dessen dar, was ich mir mit meinen 26 Jahren so alles an Erwartungen und Risiken meiner eigenen Zukunft anhören musste, ohne in diesem ganzen Gesabbel auch nur einen Hauch dessen zu finden, was mich betrifft, betreffen wird oder betreffen könnte. Anonymes Bukkake trifft es am besten. Noch nie davon gehört? Wikipedia klärt auf:

Bukkake (ぶっかけ, buːˈka:keɪ oder bʊˈkækei) bezeichnet im westlichen Verständnis (s.Etymologie) eine Gruppensexpraktik, bei der mehrere Männer auf eine weitere Person ejakulieren. Dies geschieht meist in Form der Ejakulation ins Gesicht, der Gesichtsbesamung. Quelle Wikipedia.

Seitdem ich zur Schule gehe wird mir ständig von allen möglichen Seiten ins Gesicht gespritzt. Metaphorisch gesehen, natürlich. Alle Welt läd bei jungen Menschen Erwartungen ab, will eigene Fehler vermeidet sehen, nur das Beste und was weiß ich alles. Ich rede jetzt nicht von ödipalen Konflikten, sondern von den vielen Ratschlägen durch jeden, der meint Alter schütze vor Dummheit und deshalb seine Lebensweisheit rausdrücken muss. In my Face. Medial ist das sowieso ein mittlerweile schmerzender Dauerständer geworden, denn wie man dem ersten Artikel entnehmen kann, sind die Wichsvorlagen des Wirtschaftswunders schon soweit verblasst, dass nicht mehr ignoriert werden kann, dass einiges im Argen liegt.

Meinen wir als Gesellschaft wirklich, ständig nur einseitigen Druck ausüben zu können, dem Arbeitnehmer die Frauenrolle des oben zitierten japanischen Pornos per se zuschreiben zu können und dann nicht entweder mit sehr wenig Lust oder sehr gestörten Gestallten rechnen zu müssen? Es scheint so.

Ich meine, nicht alles läuft verkehrt und wir brauchen auch keine Revolution. Aber dass es weder dem Interviewten noch dem Journalisten auffällt, dass es meist zwei Perspektiven zu einer Sache gibt, gibt mir wiederum zu denken. Wenn 80 % aller Lebensläufe Schrott sind, kann man doch mit gleichem Recht auch behaupten, dass 80 % aller Personalererwartungen Schrott sind, oder sehe ich das Falsch? Wahr und wirklich wird sicher keine dieser Aussagen sein, aber darum geht es auch nicht. Leistung ist ja gut, Erwartungen und Druck auch und nicht jeder bricht darunter zusammen. Aber die Einseitigkeit, mit der wir alle einen großen Teil unseres Lebens, die Arbeit, betrachten, erschreckt mich immer wieder aufs Neue.

Ich meine, ich denke auch scharf nach, was ich denn in einem halben Jahr mit meinem Abschluss machen soll. Übrigens Bachelor und Master in Regelstudienzeit, also kommt mir nicht mit Leistung. Aber muss dieser Druck unnatürlich überhöht werden durch kontinuierliches mantrisches Geblubber im Sinne einer alten Fernsehsendung: nur die Leistung zählt? Gibt’s den Pflaume eigentlich noch?

Wie schizo muss denn eine Leistungsgesellschaft sein, die ihre Mitglieder zur Leistung konditionieren muss?

Das Ich und die Anderen. Gibt es ein Wir im Netz?

Dieser Beitrag wurde am 25.01.2011 veröffentlicht und bereits ein Mal kommentiert.

Es gibt mittlerweile eine große Anzahl Menschen, die ins Netz schreiben. Ob es mehr oder weniger werden ist mir egal, gibt es bestimmt verschiedene Statistiken zu, die alle etwas anderes sagen. Sie schreiben. Ich schreibe ins Netz. Forum, Blog, Twitter, Facebook, Tumblr und wo nicht alles. Per iPad, iPhone, Laptop, Handy, Netbook, Desktop und wer weiß wie vielen anderen Gerätschaften, deren Namen uns in den letzten Jahren ins Gedächnis gebrannt wurden. Wir schreiben, es sind viele, aber ist es ein Wir was dort schreibt? Lesen wir dort, also hier im Netz?

Es wurde viel gequatscht und geschrieben über Feedback, Blogosphere, digital Boheme, Netciticens, Bürgerjournalismus, Schwarmintelligenz und was weiß ich nicht alles. Mal von denen da draußen, die das alles nicht verstehen konnten, mal von denen hier drinnen, die “Wir” sagten und sich selbst meinten. Es hat mich mal nicht angekotzt. Ich wollte mal zu einem Wir gehören. Nerd im Netz mit Philosophiestudium. Extrem komische Kombination. Muss sein. Muss auffallen. War sogar mal fast in den deutschen Blogcharts. Fast. Rund 20 Links haben gefehlt, wenn ich mich richtig erinnere. Das waren Zeiten. Hat mehr Spaß gemcht, aber man wacht auf. Nicht im Sinne der Aufklärung, nein, es passiert einfach. Wecker klingelt. Hintern von Freundin macht sich breit und stößt einen von der Bettkante. Fliege summt im Mundwinkel rum. Man macht ne Blogpause und versucht mal was neues. Man wacht auf eben.

Danach ist nichts mehr so gewesen wie vorher. So wie jeden Morgen der letzte Abend auch nur noch Erinnerung ist. Manchmal nicht einmal das. Ich habe mich von diesem Alptraum nie erholt. Blog mal ruhen gelassen und danach interessiert sich keine Sau mehr für dich. Da denkst du nach. Ein Paar sind es noch. Schreiben für sich hat auch was. Und so. Schreiben für sich brauch ich nicht im Internet. Da kann ich ich die Festplatte meines Mac zumüllen. Dann kommen wenigstens nicht irgendwelche Spacken und nerven mich wegen Rechtschreibfehlern in drei Jahre alten Texten, die ich heute so nicht nur nicht schreiben würde, sondern die nichtmal über den Status eines Entwurfs hinauskommen würden.

Das Netz frisst seine Kinder. Und doch ich schreibe. Für niemanden mehr. Unregelmäßig. Ohne große Kracher oder mit besonders viel Anspruch. So ist das eben. Darum geht es nicht. Ich bin nicht allein. Ich bin nicht der einzige, der keine Blog-Karnevals mehr veranstaltet, der nicht mehr mindestens zehn Kommentare pro Woche in anderen Blogs schreibt, der sich nicht mehr Gedanken macht, wie er alle Dienste miteinander verbindet, damit bloß kein Leser die eigene Gehirngrütze verpasst. Ich bin nicht der einzige, der entdeckt hat, das das Hobby Internet zwar super ist, aber allein irgendwie keinen Sinn macht. Nicht allein mit dem Gedanken, dass ohne Input von woher auch immer, dieses Internet aus Schleimspuren des zerplatzten Traumes von einer anderen Realität besteht.

Wir ist im Netz genauso wie da draußen. Lernste jemanden kennen, haste Spaß zusammen, vielleicht Liebe, vielleicht Freundschaft. Meldeste dich nicht mehr, ist irgendwann aus. Mails, Anrufe, Nachfragen, Likebutton. Aber irgendwann ist vorbei. Dabei bleiben musste. So ist das da im Leben und hier im Onlinedingens. Aber hier Online ist uns das nicht so wichtig. Mensch die kenn ich doch alle gar nicht. Klickvieh, Pageviews, Unique Visitors und Spammer.

Es gibt alles im Netz, was es da draußen auch gibt. Assis, Nutten, Spießer, Reiche, Dumme und Genies. Und wir sind uns so nah wie sonstwo auch.

Alles, was ich in den letzten vier Jahren auf Twitter, Jaiku, Friendfeed, Plurk, Pownce, und ja: Google Buzz postete, erscheint mir jetzt als einzige große Zeitverschwendung. Ich rief in einen leeren Echo-Raum, in dem mich keiner hören konnte, weil alle viel zu sehr damit beschäftigt waren, selber zu rufen. All diese Zeit hab’ ich Content ins Leere gesendet, ganz wie ein Chat-Onanist. Wie demütigend. Wie deprimierend.

Das oben genannte Zitat ist Leo Laporte und übersetzt von Claudia, der seinen persönlichen Social Media Alptraum erlebt hat. Er schrieb und schrieb und schrieb und merkte nicht, dass ihm irgendwann niemand mehr las. Alles irgendwie weg. Alles in die endlose ungelesene Weite des Netzes gestreut und verloren. Leo will jetzt wieder auf seinem Blog schreiben. Der gehört ihm, da geht nichts verloren. Vielleicht mache ich das auch Mal wieder. Regelmäßig. Hat nämlich Mal Spaß gemacht.

Ist das Internet relevant, oder nicht?

Dieser Beitrag wurde am 24.01.2011 veröffentlicht und bisher noch nicht kommentiert.

Ich saß heute in der Mensa, habe gearbeitet, geraucht und mich ab und an in die Gespräche an meinem Tisch eingeklinkt. Thema: Facebook. Gespräch aber nicht vorhanden. In köstlicher Bildmanier posaunt einer die schon oft bemängelten Datenschutzprobleme von Facebook heraus und der Stammtisch stimmt nickend zu. Das Gespräch wird durch etliche immer pikanteren detaillierten Halbwahrheiten ergänzt und so am laufen gehalten. Bloß nicht anmelden, Stasi von Heute. Einwände werden sofort in psychologisches Massenverhalten umgewandelt und so als Einwände nicht nur entschärft, sondern gänzlich abgewehrt.Das wäre nicht entscheidend, wenn es nicht vor einigen Jahren Mal Thesen aller Welt- und Gesellschaftsweisen zum Internet gegeben hätte, die sich rund um die gesellschaftliche Relevanz des Internets gedreht hätten. Jeder mit Drang und Namen sagte etwas voraus. Und heute können wir überprüfen. Nicht nur durch Zahlen, Marktanalysen und Umfragen, die zum Internet mittlerweile in einer kaum mehr zu überschauenden Zahl verfasst werden. Zum Glück geht dabei mittlerweile weniger Baum bei drauf. Aber nicht nur durch diese Statistiken, Erhebungen und Verbeugungen können wir überprüfen. Nein, der in Deutschland immer wieder herbeigebecherte Stammtisch zeigt uns, wie es um das Internet steht.Man regt sich auf und ist damit nicht allein. Lager, Meinungen ohne Hintergrund und Horrorgeschichten sowie -visionen um apokalyptische Pädophilenmeterioiden machen die Runde. Und wenn wir genau hinschauen, dann waren solche Auswüchse in Deutschland doch immer der gewichtigste Hinweis dafür, dass etwas relevant ist. Nicht ob eine hohe Prozentzahl der wenigen Menschen mit Teleskomat eine Sendung gesehen hat ist wichtig, sondern ob am nächten Tag im Büro darüber geredet wird. Relevant ist eine Kulturwüschelrute und die schlägt bei Themen wie Facebook, Twitter und anderen digitalen Adeligen momentan enorme Wellen. Passend dazu rechnet Robert Basic uns Mal hoch, wie sich so etwas auswirken kann auch wenn nicht jeder Horst die Firma kennt, die irgendwas mit Web macht und es irgendwie doch nicht ganz gut macht.Relevanzerhebung durch gefühlte Menge der Phrasen und Stammtischparolen, die das zu beurteilende Thema hervorbringt.

Tagung Imago Mortis in Venedig

Dieser Beitrag wurde am 23.10.2010 veröffentlicht und bereits ein Mal kommentiert.

Ein Tagungsbericht würde wohl nur langweilen und auch keinem der Vortragenden gerecht werden. So lasse ich einfach meine Gedanken zur intensiven Woche in Venedig fließen. Gestern Abend bin ich wiedergekommen und habe erstmal dreizehn Stunden geschlafen, denn die Intensität hat sich vor allem in reduziertem Schlaf ausgewirkt.Ich war auf der Tagung Imago Mortis an der Venice International University eingeladen, die vom Projekt Tod und toter Körper organisiert wurde, an dem ich dieses Semester mitarbeiten werde. So gesehen war es ein erstes Schnuppern in philosophischen Alltag wissenschaftlicher Ebene, der nicht aus alleinigem Lesen und Schreiben in der eigenen Kammer bestand. Wir haben immer von neun bis dreizehn Uhr gearbeitet, um danach weiterzudiskutieren und uns auszutauschen im Anblick und Gedränge der Stadt Venedig. An dieser Stadt kann man sich nicht satt sehen.Venedig ist zwar eine dieser typischen Touristenstädte aber anders als Paris oder ähnliche Städte drückt sich das im Stadtbild nicht so stark aus, denn die Wege und Möglichkeiten sind, trotz der geringen Fläche, so ungemein vielfältig, dass es nur ein paar Orte gibt, wo kaum Venezianer anzutreffen sind. Der Markusplatz wäre da zu nennen.Venedig ist eine der Städte, in der man sich ständig verläuft und beschreibt den Eindruck von ihr vor allem dadurch. Wann immer man die falsche Gasse wählt, landet man am Wasser. Sackgassen sind durch Kanäle begrenz. Man läuft nie ins Nichts, sondern trifft immer auf die Eigenart dieser Stadt.Das Seminar fand in den Räumlichkeiten der Venice International University auf der Insel San Servolo statt und es gibt wenig geistvollere Orte. Es ist hier nicht unbedingt die Geschichte, sondern das Mediterrane und die Gestaltung durch viel Park, Bänke und der Blick aufs Meer, die eine thematische Fokussierung mit Öffnung zum Weiten zulässt.Das Projekt ist eine transdisziplärene Kooperation aus Soziologie, Medizin, Philosophie und Recht, die den Tod und den toten Körper sowie die Auswirkungen und die Relevanz auf unsere Gesellschaft aufzeigen will. Der Tod als Teil unserer Existenz, um es mal ganz vage zu formulieren, ist durch die vorwegnehmende Vorstellung ein nicht unerheblich prägender Teil unserer Lebensführung, -praxis und eben auch unserer Gesellschaft. Fragen der Orgentransplantation, Kriterien zur Feststellung des Todeseintritts, Darstellung in Film, Literatur und der Kunst waren ebenso Teil der Tagung wie die ethischen Implikationen der jeweiligen Vorstellung. Ich hätte nicht erwartet, dass es so schwierig sein würde ein Modell der Beschreibung zu finden, was alle Aspekte einschließt, dabei aber nicht widersprüchlich ist oder einzelne Bereiche ungerechtfertigt reduziert. Wenn man möchte kann man an diesem Problem alle andere Probleme unseres Lebens festmachen.Auch wenn mich seit jeher praktische Folgen philosophischer Arbeit nur bedingt interessieren, freue ich mich auf die Arbeit an dem Projekt, denn es ist weiter angelegt, als ich zunächst gedacht habe. Hoffentlich kann ich nächstes Jahr wieder in Venedig dabei sein.

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